Schreiben ist Schutz

Liebe LeserInnen,

anbei teile ich eine Schreibübung mit euch. Zehn Minuten habe ich geschrieben, ohne den Füller abzusetzen. Viel Spaß!

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Schreiben ist Schutz. Ein Felsen, der einen nahe eines Vulkans behütet.

Indem ich schreibe, vermag ich nicht den Ausbruch von Vulkanen zu verhindern, aber die Tätigkeit hilft mir, Katastrophen zu überstehen. Nachdem die Lava Häuser unter sich begraben hat, mag alles um mich herum trostlos wirken, aber als Autor besitze ich die Macht, die Zeiten miteinander zu verschmelzen und Segmente des Vergangenen zum Leben zu erwecken.

Als Mensch, der oft von Kontakten zur Außenwelt gelebt hat, zehre ich heute immer mehr von Begegnungen mit meiner Innenwelt. Die Schätze, die innerhalb eines Menschen verborgen sind, können wir schreibend mit einer Flauschdecke zu Tage fördern und wie Ereignisse unseres Alltags bestaunen.

Räumlich gesehen ist die Größe der Welt gewaltig, kaum mit unserer Vorstellung zu erfassen, aber das, was sich in uns befindet, ist mindestens genauso groß und voller Kostbarkeiten, die wir zwar nicht schmecken und riechen, wohl aber fühlen und genießen dürfen. Gelegentlich mit verstörender, aber noch viel häufiger mit aufbauender Wirkung.

Die Schätze in uns zu heben, bedeutet, dass sie im Umfeld sichtbar werden: Im verträumten Glänzen unserer Augen, in unserem Einfühlungsvermögen, unserem sich stets erneuernden Wesen und unseren Visionen.

Schreiben heilt.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian