SOUL LALA – Es ist normal, verschieden zu sein.

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Liebe Leserinnen und Leser,

»Wie geht es eurer Seele, was hält sie fit und was lässt sie in Krisen fallen?«

Dieser Frage geht das Projekt SOUL LALA nach, um sie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu diskutieren. (www.soullala.de)

Ziel von SOUL LALA ist es, gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit psychsichen Behinderungen voranzutreiben sowie Vorurteile und Barrieren abzubauen.

Das Motto: »Es ist normal, verschieden zu sein.«

Ich selbst bin zweimal akut an Schizophrenie erkrankt und habe in den letzten zwanzig Jahren gelernt, mit den Begleiterscheinungen dieser Erkrankung zu leben. Dank vielfältiger, wertvoller Erfahrungen eignete ich mir Strategien an, mit denen es mir gelungen ist, mich zurück ins Leben zu kämpfen.

Vor Krisen kann ich nie sicher sein, aber ich verstehe immer besser, mit ihnen umzugehen.

Das Schwierige an psychischen Erkrankungen ist, dass man sie oft nicht so leicht erkennt wie z. B. ein gebrochenes Bein an einem Gips. Unsichtbare Einschränkungen sind schwer greifbar, und viele Menschen laden diese Unsicherheit mit Vorurteilen auf.

Wir Menschen sind komplexe, vielschichtige Wesen. Jeder Mensch besitzt kranke und gesunde Anteile, in Fachkreisen wird diese Perspektive als Salutogenese, als Entstehung und Erhaltung von Gesundheit, oder Pathogenese (Entstehung und Entwicklung von Krankheit) bezeichnet.

Es ist leicht, vorschnell zu urteilen und mit dem Finger auf Menschen zu zeigen, bei denen etwas diagnostiziert wurde. Man sollte sich mal Gedanken darüber machen, welchem Zweck Diagnosen dienen. Sie helfen, Symptome einzuorden, um mit angemessenen Therapien und Medikamenten zu helfen, im Grunde sind sie ein Hilfsmittel der Mediziner, Krankenkassen und der Pharmaindustrie, aber sie sind eben kein Code, an dem man bemerkt, wer sich dahinter verbirgt.

Jedem Menschen mit einem gewissen Maß an Lebenserfahrung könnte man einen Diagnoseschlüssel verpassen, wenn man nur lange genug stochert. Nur sind Menschen, die sich öffentlich bzw. in ihrem Umfeld zu ihren Schwächen bekennen, erst mal auf dem Präsentierteller und somit angreifbar.

Je mehr Menschen zu ihren Einschränkungen stehen, desto aufgeschlossener wird sich die Gesellschaft verhalten.

Schwächen degradieren Menschen nicht, sie werten sie auf, denn oft sind es die Schwächen, die Menschen sympathisch machen. Als Autor weiß ich das nur zu gut. Schon mal ein Buch mit einem Helden gelesen, der frei von Makeln ist? Ich würde mich nicht wundern, wenn ihr es weggelegt habt.

Weil es nun mal meine Passion ist, Texte zu erschaffen und mit Lesern zu teilen, kämpfe ich gegen Vorurteile und Schubladendenken und für Empathie.

Drum beteilige ich mich an dem Projekt SOUL LALA, für das ich bisher zwei Beiträge veröffentlicht habe:

https://soullala.de/die-freude-ueber-das-wirken-des-sonnenwirbels-in-meinem-kopf/

https://soullala.de/eine-liebesbeziehung-der-besonderen-art/

Ich wünsche euch einen entspannten Sonntag!

Schreibt, lest und träumt schön!

Euer Sebastian