Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?

Tag 13

Liebe LeserInnen,

ich gönne mir kein Frühstück, das dem Sonntag etwas Festliches verleihen würde.

An einigen Sonntagen besuche ich morgens den Gottesdienst einer freien evangelischen Gemeinde, die ich schätze. Die Gottesdienste geben mir Impulse, die mir helfen, die Perspektive zum Alltäglichen zu verändern, als würde ich wie ein Kameramann das Aufnahmegerät von einer anderen Seite aufs Geschehen lenken. Das hat oft zu neuen Blickwinkeln geführt, und ich habe nicht nur neue Facetten des Daseins gesehen, manchmal wurde die Auflösung des Films »The life« sogar schärfer.

Wenn mich Menschen fragen, wie ich zu Gott stehe, sage ich: »Uns verbindet ein Gummiband, das sich in Phasen des Lebens immer wieder ausdehnt und dann zusammenzieht, dass ich das Gefühl habe, neben ihm zu sein. Egal, wie sehr das Gummiband auch strapaziert wird: Es reißt nicht.«

Ich bin kein regelmäßiger Kirchengänger, aber ich will ein mal in der Woche mein System herunterfahren und neu starten. Unnötige Hintergrundprogramme möchte ich deaktivieren, die Lautsprecher abschalten und Stille zulassen.

Heute habe ich seit Langem laut gebetet, und mir ist klar geworden, dass das Leben für mich wie eine riesige Halle ist, von der aus Türen über Gänge in andere Gebäudekomplexe führen. 59|Im Gebet habe ich erkannt, dass ich einen Zeitpunkt der Meditation brauche, damit ich herausfinden kann, welche Türen sich in der Halle befinden und welche ich in der nächsten Woche schließen und öffnen möchte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Schwellen ich überschreiten sollte, um Neues kennenzulernen und Altes zu vertiefen.

Ich will hier niemanden missionieren. Wer nicht an Gott glaubt, könnte sich schlicht Zeit zur Stille reservieren und die Weichen für kommende Tage stellen. Ich finde, dazu eignet sich der langsame Sonntag gut, einen Tag, bevor die Zeit wie ein Schnellzug durchs Leben rast.

Schon wieder habe ich etwas gemogelt. Die Frage war ja nicht, wie ich mir einen Sonntagmorgen vorstelle und warum, sondern wie mein Sonntagmorgen verläuft. Ich denke, alle drei Fragen beantwortet zu haben, schadet keinem.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

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