MondayMotivation: Was motiviert dich?

Liebe LeserInnen,

über die Frage »Was motiviert dich« musste ich nachdenken. Denn: Es gibt einiges, was mich motiviert:

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Massenweise Möglichkeiten, meine Kreativität auszuleben

Oasen des Glücks, die sich mir beim Schreiben immer auf neue Art zeigen

Träume, die in Geschichten und meinem Roman wahr werden, es ist, als dürfte ich mehrere Leben führen

Interessante Bücher und Filme, die mich als Mensch und Autor inspirieren

Vertrauen in meine Fähigkeiten, das von Text zu Text steigt

Anpassung an wandelnde Energiezustände

Texte meiner Lieblingsautoren beflügeln mich

Intensives Kopfkino, das Schreibprozesse wie Urlaub erscheinen lässt

Ordnung im Kopf, nach dem Verfassen von Texten ist es in meinem Kopf so aufgeräumt wie geometrische Formen nach einer perfekten Tetrispartie (Seit Gameboy-Zeiten habe ich es nicht mehr gespielt, ich werde mir wieder eine App runterladen, könnte Spaß bereiten)

Nette Menschen: Familie und Freunde, die an mich glauben und mich ermutigen, weiterzuschreiben

Es ließen sich noch mehr Motivationen für den Schreiballtag finden. Was mich außerdem motiviert und gleichermaßen beruhigt, ist, dass ich mir keinen Druck mache und mich frei entfalten darf.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?

Tag 13

Liebe LeserInnen,

ich gönne mir kein Frühstück, das dem Sonntag etwas Festliches verleihen würde.

An einigen Sonntagen besuche ich morgens den Gottesdienst einer freien evangelischen Gemeinde, die ich schätze. Die Gottesdienste geben mir Impulse, die mir helfen, die Perspektive zum Alltäglichen zu verändern, als würde ich wie ein Kameramann das Aufnahmegerät von einer anderen Seite aufs Geschehen lenken. Das hat oft zu neuen Blickwinkeln geführt, und ich habe nicht nur neue Facetten des Daseins gesehen, manchmal wurde die Auflösung des Films »The life« sogar schärfer.

Wenn mich Menschen fragen, wie ich zu Gott stehe, sage ich: »Uns verbindet ein Gummiband, das sich in Phasen des Lebens immer wieder ausdehnt und dann zusammenzieht, dass ich das Gefühl habe, neben ihm zu sein. Egal, wie sehr das Gummiband auch strapaziert wird: Es reißt nicht.«

Ich bin kein regelmäßiger Kirchengänger, aber ich will ein mal in der Woche mein System herunterfahren und neu starten. Unnötige Hintergrundprogramme möchte ich deaktivieren, die Lautsprecher abschalten und Stille zulassen.

Heute habe ich seit Langem laut gebetet, und mir ist klar geworden, dass das Leben für mich wie eine riesige Halle ist, von der aus Türen über Gänge in andere Gebäudekomplexe führen. 59|Im Gebet habe ich erkannt, dass ich einen Zeitpunkt der Meditation brauche, damit ich herausfinden kann, welche Türen sich in der Halle befinden und welche ich in der nächsten Woche schließen und öffnen möchte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Schwellen ich überschreiten sollte, um Neues kennenzulernen und Altes zu vertiefen.

Ich will hier niemanden missionieren. Wer nicht an Gott glaubt, könnte sich schlicht Zeit zur Stille reservieren und die Weichen für kommende Tage stellen. Ich finde, dazu eignet sich der langsame Sonntag gut, einen Tag, bevor die Zeit wie ein Schnellzug durchs Leben rast.

Schon wieder habe ich etwas gemogelt. Die Frage war ja nicht, wie ich mir einen Sonntagmorgen vorstelle und warum, sondern wie mein Sonntagmorgen verläuft. Ich denke, alle drei Fragen beantwortet zu haben, schadet keinem.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Abkühlung gefällig?

Tag 12: Abkühlung gefällig? Wie wäre es mit einem erfrischenden Zitat?

Vielleicht aus einer Dusch- oder Badeszene? Aus einer Schwimmszene oder einer Stelle in deinem Manuskript, an der deine Protagonisten ein kühles Bier genießen?

Liebe LeserInnen,

heute habe ich etwas gemogelt, denn die Duschszene, die ich mit euch teile, findet im Winter statt und dient nicht der Erfrischung. Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich sie poste. Passt ja auch zum aktuellen Wetter. Man könnte zur Zeit beinhahe die Heizung einschalten.

Die Szene, aus der ich zitiere, ist aus Sicht Dianas geschildert, der weiblichen Protagonistin meines Romanprojektes:

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»Gedankenverloren gehe ich ins Bad und stelle mich unter die heiße Dusche. Ich habe das Gefühl, dass in meinem Herz ein Eisklotz liegt, der sich ausdehnt, um Adern wie Flussarme zufrieren zu lassen. Die Kälte kehrt jeden Tag zu mir Zurück. Als ich nackt auf die Straße lief und einbrach, gefror mehr als nur der Körper. Vielleicht besteht meine Lebensaufgabe darin, das Eis in mir regelmäßig aufzutauen, wie Ströme, die nach einem langen Winter vom Frühling zum Leben erweckt werden müssen. Wären da nur nicht die Wassermassen, die über die Ufer treten und mich überfordern.

Ich schüttele mich, denn ich will den Moment wahrnehmen, ohne an die Zukunft zu denken.

Als das lauwarme Wasser die empfindsame Hülle hinunter perlt, spüre ich, wie das Eis schmilzt und sich in Wärme verwandelt. Ich merke, wie warm das Blut durch den Körper rauscht. Unter der Haut kribbelt es behaglich. Mir kommt Silbermonds Lied »Leichtes Gepäck« in den Sinn. Ich summe es erst, dann beginne ich zu singen. Ich kenne es auswendig. »Du nimmst allen Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.«

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Eine besondere Widmung

Tag 11

Liebe LeserInnen,

meine Autorenfreundin Ira Ebner, die politische Romane schreibt, schenkte mir im November letzten Jahres »Cold Britannia«. Zu dieser Zeit plagten mich Selbstzweifel, umso mehr hat mich ihre persönliche Widmung gefreut.

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Damals war es für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt, ihr Werk zu lesen.

Mein Leben verlief turbulent, und ich wollte das Buch genießen, wenn sich bei mir die Wogen wieder geglättet haben und ich mir sicher zu sein vermag, dem Roman die Aufmerksamkeit schenken zu können, die er verdient hat.

Kein Moment wäre geeigneter dazu, als der heutige Tag.

Gestern Abend beendete ich die Lektüre »Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki« von Haruki Murakami, die mir gefallen hat.

Als ich die Aufgabe für die heutige Autorenchallenge las, fiel mir Iras Widmung ein, die ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Seither habe ich einiges gelernt und so manches zu Papier gebracht. Geschichten, die ausbaufähig sind und nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben, und solche, die mir immer noch gefallen. Ich habe auch einen Teil des Grundsteins für meinen ersten Roman gelegt und einige Szenen verfasst.

Ira, ich danke dir für die aufmunternde Geste!

Da ich das Buch erwähnt habe, möchte ich auch etwas über den Inhalt verraten. Ich lasse Iras Klappentext sprechen, der zum Lesen des Romans einlädt, wie ich finde.

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Lest und schreibt schön!

Euer Sebastian

Tag 10: Zeit für Throwback Thursday Kapitel: Woran hast du August 2016 geschrieben?

Liebe LeserInnen,

im Sommer 2016 habe ich das Buch der Selbstfindung geschrieben.
Nein, es handelt sich nicht wirklich um ein Buch. Denn von meiner Warte aus ist der Prozess der Selbstfindung im Leben nie abgeschlossen. Es gibt nur Phasen, in denen man wie bei der Goldsuche in Minen große Schätze freilegt, so wie es Phasen gibt, in denen man nur Goldstaub findet.
Ich habe vor einem Jahr zahlreiche Poetrytexte geschrieben, in denen ich persönliche Erlebnisse verarbeitet habe. Ich habe das preisgegeben, wozu ich bereit war und die Texte als Audiodatei auf YouTube hochgeladen.
In meinen Texten ging es gesellschaftskritisch um Themen wie den Pokemonwahnsinn oder Gedanken über Freundschaft.
Wer Interesse hat, darf bei You-Tube gerne mal auf meinem You-Tube-Kanal »Sebastian Domke« vorbeischauen. Ich bin kein geübter Poetry-Slammer, meinen Texten wohnt die naive, ungeschliffene Begeisterung eines Experimentierenden inne.
Einen Text aus letztem Jahr poste ich nun:

Freundschaft

Kennst du diesen Moment,
wenn der Schmerz wie Lavaströme durch Adern rennend brennt,
wenn deine Seele so aufflammt,
innen einen Brand (auslöst),
bevor jemand die Flammen auslöscht?

Kennst du diesen Moment,
in dem du das Gesicht des Schmerzes kennst,
denn Menschen die du liebst,
Verwandte, Freunde, Partner und Statisten
gehören vereinzelt zu deinen Vermissten.

Kennst du diesen Moment, wenn nicht nur dein Herz, sondern auch du brichst,
durch Kräfte, die dich zu Boden reißen,
dich in Schellen an Wände meißeln.
mit zu schwerem Gewicht.
Das Gewicht, bestehend aus Enttäuschungen, Missverständnissen und Fehden oder aus Ungerechtigkeit auf diesem Planeten,
einleitend ein Zeitalter der Verletzbarkeit,
nimmt es Einzug in deinen Blutkreislauf wie ein Bahnrad ohne Zieleinlauf.
Es kocht innen drin.
du verbrennst,
außen kühlend, fast erfrierend,
lähmt es, was du denkst.
Ist das schon alles, was du kennst?

Das Leben ist ein Endzeitkampf, in dem sich die Armee, für die und mit dir du kämpfst,
aus der so mancher scheidet,
immer wieder neu erfindet,
aber es ist immer jemand da, der dich begleitet,
aneinander bindend.
Das Schlachtfeld des Lebens ist manchmal voller Ungerechtigkeit und Hilflosigkeit,
aber so lange es die Gerechtigkeit ist, für die du kämpfst,
wird Gerechtigkeit nicht gedämpft,
flammende Gerechtigkeit spielt für dich wie eine Rockband, spiegelt dich wie Krieger mit reiner Hand, treu wie einst Old Shatterhand,
sie begleitet dich zu einem Happy-End, dass du dir erkämpft (hast).
Schmerz, der dich wie ein Schwert in der Brust trifft, lässt dich klar sehen, du erkennst in ungetrübtem Licht Freunde, die sich nach dir sehnen, im Angesicht zu Angesicht zu dir stehen.
Schmerz, der dich von innen auffrisst, kannst du, können auch Freunde nicht wie ein Schwert aus der Wunde nehmen und mit einem Pflaster versehen.
Manche Kämpfe muss man alleine bestehen.
Kennst du diesen Moment, wenn du für die perfekte Armee kämpfst, und die Schwerter für Frieden und Gerechtigkeit in die Luft stämmst?
in dem du dich zu denen bekennst, die für dich einstehen, und für die du genauso durch flammende Meere rennst?
Ich schreibe hier über Schmerz und flammende Schwerter,
weil es etwas Gutes zu erzählen gibt.
Der Schmerz macht uns härter und verbündet uns mit einem Kollektiv von Menschen, die selbst in Finsternis, mit uns kämpfen.
Es gibt ein Gegenmittel gegen jede Art von Schmerz,
und das ist Freundschaft,
denn eine Handvoll Freunde können stärker sein,
als 1000 ausgebildete Soldaten,
1000 soldasten können in einer Stunde in der Schlacht sterben,
aber Freunde können das ganze Leben mit uns zu Siegern werden,
sie sind die Antwort auf Enttäuschung, Verwundung und jene Kräfte die uns erden.
Dank ihnen verbrennen wir nicht, aus ihnen strahlen Strahlen des Lichts.
Und auch jede Unterbrechung solcher Freundschafts-Wirkungen,
ist wie lange Erdumrundungen,
in der Satelitenfotos unser Erinnerungen,
beständig sind wie unsere wertvollsten Erkundungen,
und uns bei unseren Verwundungen (helfen).
Gute Freunde geben uns fürs Sähen Erde,
und pflanzen, egal ob in Nähe oder Ferne,
orientierende Bewusstseinswerte,
und Sinn für unseren Platz auf dieser Erde.

Freunde sind Schmerzmedizin,
das ist etwas,
für das ich gerne dien,
sie stärken auch unsere Abwehrfront,
wie ein gutes Vitamin.
Egal, ob räumlich oder zeitlich nah,
im Herzen sind sie für mich,
bin ich für sie,
immer da.

Schreibt und lest schön!
Euer Sebastian

Deine Lieblingsbuchhandlung

Tag 09: Stell uns doch mal deine Lieblingsbuchhandlung vor!

Liebe LeserInnen,

diese Frage hat mir ein wenig Bauchschmerzen bereitet. Wie kann ein so harmloses Thema solch eine Wirkung verursachen?

Nun, ich habe nicht das Privileg eines Normalverdieners oder Bestsellerautors, die Bücher, die ich lesen will, in einer Buchhandlung zu kaufen. Manchmal kaufe ich mir in Buchläden Lesestoff. Wenn ich diese Absicht verfolge, halte ich mich mitunter bis zu zwei Stunden in so einem Geschäft auf und genieße es, in fremde Welten einzutauchen, um letztendlich eine Auswahl zu treffen. Das letzte Buch, das ich mir in einem Buchladen kaufte, war ein Gedankentagebuch. Schon verrückt. Ich stöberte über eine Stunde in interessanten Büchern, um mir ein leeres Buch zu kaufen, das ich selber füllen muss.

Ich liebe es, in den Werken zu blättern, frisch gedrucktes Papier zu riechen und die Zeit zu vergessen.

Es ist für mich etwas unbefriedigend, die Geschäfte regelmäßig aufzusuchen, da ich dem Wunsch widerstehen müsste, mir Lektüre kaufen zu wollen, ähnlich wie ein Sportschwimmer widerstehen müsste, der das Freibad benutzen, aber keine Bahnen ziehen darf.

Das ist meine ehrliche und umfangreiche Erklärung, warum es keine Buchhandlung gibt, die ich bevorzuge.

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Um meinen Wissensdurst zu stillen, suche ich die Stadt- oder Unibücherei auf, und greife auf den digitalen Anbieter Skoobe zurück. Für eine günstige Flatrate kann ich monatlich soviel lesen, wie ich will, und auf ein riesiges Sortiment zugreifen, in dem es auch zahlreiche Neuerscheinungen gibt.

Ja, zugegeben, das bereitet mir Kummer, weil mir bewusst ist, dass Unternehmen wie Amazon und Skoobe den Einzelhandel und den deutschen Buchmarkt bedrohen.

Ich bin der Auffassung, dass die gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Verantwortung im Verhältnis zum finanziellen Budget steigt, deswegen kann ich mein Konsumverhalten vor mir rechtfertigen, obwohl ein Bedauern zurückbleibt. Das ist aber gut so, denn die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, das wollte ich auch nicht.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Dein Sommersoundtrack

Tag 08: Welche Lieder gehören in deinen persönlichen und/oder schreiberischen Sommer-Soundtrack?

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Liebe LeserInnen,

welche Musik ich höre, hängt meist vom Bauchgefühl ab.

Je nach Stimmungslage bediene ich mich einer Playlist oder eines Albums. Die Jahreszeit spielt dabei keine große Rolle.

Favoriten beim Schreiben waren in der Vergangenheit Musik von Lana Del Rey, Adele, Placebo, Norah Jones, Katie Melua und die Klavierstücke aus »The grand Momentum« von Benjamin Richter sowie Filmmusik von Hans Zimmer.

Sonst greife ich gerne auf die breite Palette der Pop- und Rockmusik zurück.

Diesen Sommer gab es ein Ereignis, das mich nachdenklich gestimmt hat:

Der Tod von Chester Bennington, dem Sänger von Linkin Park.

Mit der Biografie der Band und des Leadsängers habe ich mich nie zuvor auseinandergesetzt, aber immer, wenn jemand den Freitod wählt, betrübt mich das.

Schon beim Schauspieler Robin Willams und dem Torwart Robert Enke war ich erschüttert. Ich nehme Anteil, wenn Menschen, die mit soviel Talent gesegnet waren, nicht wenigstens einen Bruchteil ihrer Begabung in ein glückliches Leben eintauschen konnten und stattdessen den Freitod wählten. Natürlich ist es immer schlimm, wenn so etwas passiert, ganz gleich, wie begabt oder erfolgreich ein Mensch war. Aber wegen des Kontrasts zwischen herausragenden Fähigkeiten auf der einen und des Unglücks und Leids auf der anderen Seite bewegen mich solche Ereignisse intensiv, selbst wenn ich die Betroffenen nicht kannte.

Ich denke, wenn Gott uns mit Talenten ausgestattet hat, ist es deprimierend, dass Menschen mit ihnen ins Unglück stürzen.

Ich liebe die Schwere und Sehnsucht, die in den Texten von Linkin Park mitschwingt. Etwas von dieser Sehnsucht möchte ich in die Figuren meines Romans legen.

Ich bin ein fröhlicher Mensch, mag es aber hin und wieder, mich mit Musik in eine melancholische Stimmung zu versetzen.

Hört schön!

Euer Sebastian

Wo schreibst du bei schönem Wetter? (Autorenwahnsinn Sommerloch-Edition Tag 7)

Liebe LeserInnen,

es gibt mehrere Schreiborte, die ich bei schönem Wetter nutze. Ich schreibe gern unter dem Kirschbaum im Garten, in zwei Cafés und auf den Steinstufen am Siegufer.

Die intensivsten Momente erlebe ich diesen Sommer an meinem geheimen Ort, auf einer Bank am Rande eines Spazierwegs.

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Ein Auszug aus der Szene, die ich Sonntag dort verfasste:

»Ich steige in den Ford und hebe die Displaysperre des Netbooks auf. Das Crack-Programm hat es geschafft, sich in Dianas Netz zu loggen.

Bevor Gerstner mich hierhin geschickt hat, wies er mich an, auf Dianas Computer nach eingescannten Krankenakten zu suchen. ›Sie ist Journalistin. Die Recherche und das digitale Archivieren sind für sie so selbstverständlich wie das Benutzen von Messer und Gabel beim Essen‹, sagte er.«

Seit ich während einer Laptop-Op zum Schreiben mit Stift und Zettel verdonnert wurde, genieße ich es, Szenen mit der Hand vorzuschreiben. Diese Erfahrung möchte ich nicht mehr missen.

 

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Die Sommerlektüre eines Kollegen

#autorenwahnsinn #sommerlochedition Tag 6

Liebe LeserInnen,

der Patchwork-Programmierer und Autor Martin Danesch gab mir schon des Öfteren gute Buchtipps, also fragte ich ihn nach seiner Sommerlektüre.

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Was soll ich sagen? … Seine Antwort hat erneut meine Neugier geweckt:

In diesem Sommer las er »Vielleicht morgen« von Guillaume Musso.

Martin ist von dem Buch begeistert:

»… Eigentlich müsste Matthew Shapiro, erfolgreicher Philosophieprofessor in Harvard, glücklich sein. Er ist es aber nicht, seit der Tod seiner Frau ihn und die gemeinsame Tochter einsam zurückließ. Auch die junge Sommelière Emma Lovenstein hat sich mit ihrer Anstellung im Sterne-Restaurant »Imperator« beruflich ihren Traum erfüllt. Doch der Schmerz über die Trennung von ihrem Liebhaber François, der nach Jahren des Hinhaltens doch bei Frau und Kindern blieb, sitzt tief. Alles ändert sich, als Matthew auf dem Flohmarkt einen gebrauchten Laptop mit der Signatur »Emma L.« kauft.

Eine echte Wahnsinns-Geschichte! Ich möchte nicht mehr verraten, denn die sollte sich jeder selbst geben. Durch ein kleines Fantasyschnipsel bringt es Musso fertig, dass man mit der Geschichte nicht aufhören will. Es ist nämlich a) nichts vorhersehbar und b) kommt ständig tatsächlich alles anders, als man es erwartet. Spannender, genialer Plot, wenig Figuren, packende Erzählweise, die einen durch eingestreute Details immer am Geschehen hält. Atemraubend.«

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Urlaub mit deinen Protagonisten

#autorenwahnsinn #sommerloch-Edition #Tag5

Liebe LeserInnen,

auf die heutige Aufgabe freue ich mich besonders, weil ich in diesem Sommer mit meiner weiblichen Protagonistin Diana einige Interviews geführt habe.

Mein Notebook war neulich in Reparatur. Ich besorgte mir für weniger als 10 Euro Ersatz.

Im Vergleich zu meinem vertrauten Arbeitsgerät verfügte es über eine Hand-Scroll-Option, Touchpad und einen Akku, der mehrere Tage hielt. Wo es so etwas zu kaufen gibt? In der Ringbuchabteilung von Discountern.

Browser und Facebook sind nicht vorinstalliert, ablenkungsfreies Schreiben war also problemlos möglich.

In dieser Zeit besuchte ich Diana zu Hause.

Ein Auszug aus dem Interview:

»Ist das der Schreibtisch, an dem du früher gearbeitet hast?«

»Ja, das stimmt. Nur waren die Fenster des Arbeitszimmers wie all die anderen mit Kunststofffolie abgeklebt.«

»Du bist Journalistin. Worin bestanden deine Arbeitsgewohnheiten?«

Diana lächelte.

»Ich bin um halb vier aufgestanden. Ich liebte es im Sommer, vor der Arbeit innezuhalten, Luft reinzulassen und Mond und Sterne zu beobachten, begleitet vom Gesang der Rauchschwalben und Singdrosseln. Bevor die Sonne aufging, kippte ich das Fenster und freute mich auf die Arbeit und lauschte weiteren Piepmatzen, die in das Konzert einstimmten.59|

»Die konntest du auseinanderhalten?«

»Jep.«

Ich war etwas irritiert. Diana entging das nicht und feixte wie eine Zauberin, die ein Kaninchen aus dem Hut zaubert.

»Ich brachte während des Studiums einen Artikel zu Papier, der die Auswirkungen des Klimawandels auf Vogelarten dokumentierte.«

»Hört sich nicht gerade spannend an.«

»War es auch nicht. Aber auf diese Weise konnte ich mir den Vermieter etwas vom Hals halten, als ich mit der Miete im Rückstand war. Der war nämlich im Vogelschutzverein.«

Wir lachten, Reste von Anspannung ließen wir hinter uns.

»Jedenfalls glich es Magie, am Morgen die Vögel zu erleben. Verstehst du das?« Ich nickte.

»Ich glaube schon, beim Schreiben höre ich Musik, was mich auch entspannt oder anregt, je nachdem, was gerade angesagt ist … Diana, welche Texte verfasst du am Liebsten?«

»Einige Personengruppen sickern durch das System. Ich verfasste gerne Reportagen über die mangelnde Versorgung von Obdachlosen. Die Wohnungslosen fallen immer wieder durchs medizinische Raster.«

»Was ist mit dir?«

»Wie meinst du das?«

»Bist du auch durchs Raster gefallen?«

(Diana hat mir nicht erlaubt, die Fortsetzung des Interviews zu veröffentlichen, da das ihre Persönlichkeitsrechte verletzt hätte)

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian