Eine Hommage an das Leben!

Liebe LeserInnen,

eine gute Freundin schickte mir gestern das YouTube-Video eines Teenagers, der Knochenkrebs hatte. https://www.youtube.com/watch?v=9NjKgV65fpo&feature=youtu.be

Er starb 2013, siebzehn Tage nach seinem achtzehnten Geburtstag.

Mir ist bewusst, dass Videos oder Texte meist nur Facetten eines Menschen präsentieren. Oftmals geht es den Verantwortlichen nicht um den Menschen, sondern um die Vermarktung von Schicksalen.

Das Video über Zach Sobiechs Leben hat mich zu Tränen gerührt, und zwischen den Zeilen habe ich etwas entdeckt, von dem ich glaube, dass es echt war:

Zach war ein Mensch mit einer positiven Lebenseinstellung. Zu Beginn des Videos sagte er:

»Ich möchte, dass jeder weiß, dass man nicht herausfinden muss, dass man stirbt, um anfangen zu leben.«

Es ist pure Lebensfreude, die aus seinem Lied »Clouds« spricht:

https://www.youtube.com/watch?v=7zxXAtmmLLc

Bevor Zach das YouTube-Video präsentiert wurde, sagte man ihm: »Ich möchte nur, dass du weißt, dass diese Sachen nicht geschehen, weil du stirbst. Sondern wirklich aufgrund der Art und Weise, wie du lebst.«

Was war das Besondere an Zachs Art zu leben? Wenn ich mir das Video über seine Biografie anschaue, springt mich aus allen Winkeln Dankbarkeit an. Natürlich wird er auch Momente der Hoffnungslosigkeit ertragen haben, er wird zahlreiche dunkle Stunden durchlebt haben, die in dem Film über ihn nicht zu erahnen waren. Aber er hat nicht resigniert. Über das Sterben sagte er:

»Das Sterben ist in gewisser Weise nur ein anderer Teil der Agenda. Ja, es ist beängstigend, weil man nicht weiß, was als Nächstes kommt, oder, ob als Nächstes überhaupt was kommt. Es ist also so ähnlich wie im Dunkeln zu sitzen. Man hat entweder die Wahl, in der Dunkelheit auszurasten und zu denken: ›Okay. Was ist da draußen?‹ Oder man kann sich einfach entspannen und einschlafen … und glücklich und zufrieden mit allem zu sein. Ich möchte, dass man sich an mich erinnert als ein Kid, das bis zum Ende gekämpft hat. Ich habe nicht wirklich verloren.«

Eine Hommage voller Dankbarkeit an das Leben.

Ich glaube, dass man von so einer Perspektive der Dankbarkeit lernen kann, und dass dieser Teenager ein Vorbild sein kann für Menschen, die im Leben nur noch ein Schatten ihrer selbst sind.

Das Leben ist etwas Einzigartiges. Es ist so, als packten wir jeden Tag Geschenke aus, die uns mal mehr und mal weniger gefallen. Selbst an denen, die wir nicht mögen, haftet etwas Besonderes. Dafür möchte ich dankbar sein.

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Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Kann ein Autor die Welt verändern?

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Liebe LeserInnen,

 

kann ein Autor die Welt verändern?

dieser Frage ging Ronny Rindler auf https://www.rindlerwahn.de/die-welt-veraendern/ nach. In seinem wertvollen Beitrag geht der Autor und Schreibcoach auf einen wichtigen Aspekt ein:

Selbst, wenn man mit seinen Texten nicht viele Leser erreicht, verändert man sich dank des Schreibens selbst. Und wenn man sich selbst verändert, verändert man auch seine Wirkung auf das Umfeld, dem man begegnet. Das mag sich hochtrabend anhören, aber ich rede hier nicht davon, Massenbewegungen auszulösen, ich rede von einem kleinen, bescheidenen Beitrag, den man als Autor leisten kann.

Dieser kleine Beitrag ist einer der Gründe, warum ich schreibe. Jeder Autor hat Lieblingsthemen, die in Werke Einzug finden.

In meinen Texten sind Attribute wie Empathie, Toleranz und Vergebung sowie Themen wie Wertschätzung, Freundschaft, Liebe, der Umgang mit Verlusten und Verletzungen Laternen, die die Straßen meiner Texte beleuchten.

Wenn ich mich in der fiktionalen Welt damit auseinandersetze, kann ich die Resultate der gedanklichen Diskurse in die Wirklichkeit übertragen. Diesen Effekt habe ich schon des Öfteren erfahren.

Es gibt ein Zitat von Gandhi, das ich passend finde:

»Als Menschen liegt unsere Größe nicht in dem, wie wir die Welt erneuern können, das ist ein Mythos des Atomzeitalters, sondern in dem wir uns selber erneuern.«

Das ist eine Weisheit, die man in wenigen Sekunden lesen und vergessen kann.

Das wäre ebenso vernünftig wie Jura zu studieren und das Grundgesetz dabei wie ein Boulevardmagazin durchzublättern, um es danach achtlos wegzuschmeißen.

In dem Satz steckt eine Substanz, über die es sich nachzudenken lohnt.

Meiner Meinung nach.

Andere Können wir nicht ändern, aber wir können uns selbst verändern.

Wenn man schreibt, durchdenkt man Zusammenhänge tiefer, als wenn man drüber redet und denkt.

Alleine deswegen lohnt sich das.

Ich glaube, dass viele Autoren das für sich herausgefunden haben, Autoren, die weiterschreiben, egal, wie groß der Publikumserfolg ist.

Ich möchte mit einem Aphorismus schließen, den ich mir mal überlegt habe:

»Mit dem Verstand können wir versuchen, die Welt zu verstehen. Mit Fantasie werden wir sie verändern.«

Euer Sebastian

Hey Siegen!

Liebe LeserInnen,

heute wurde ich bei einem Tempo von 100 Km/h geblitzt, als ich im Bobbycar zum Kreishaus Siegens düste (Wenn ihr genau hinseht, ist oben links die erreichte Geschwindigkeit zu erkennen).

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Dort fand nämlich die 200-Jahres-Feier des Kreises Siegen-Wittgenstein statt.

Landrat Andreas Müller fasste die Bandbreite dieser Region anlässlich des Jubiläums präzise zusammen (http://www.siegen-wittgenstein.de/200-Jahre):

»Bei uns kann man tagsüber am Rothaarsteig wandern und abends ins Apollo-Theater gehen oder die Philharmonie Südwestfalen hören. Man kann Natur genießen und am gleichen Tag noch Shoppen gehen. Man hat absolute Stille in einer traumhaft schönen Landschaft, in der man lange laufen kann, ohne jemanden zu begegnen, und man hat das Leben in der Universitätsstadt Siegen, die im Moment immer jünger und urbaner wird. Wir haben Tradition und Innovation, HighTech und Handwerk, den Alten Flecken und die für ihre moderne Architektur preisgekrönte Autobahnkirche in Wilnsdorf … Diese Vielfalt – sozusagen: Das Beste aus zwei Welten – ist unsere besondere Stärke. Und genau diese vielfältigen Seiten der Region möchten wir mit den Aktionen und Projekten rund um den Kreisgeburtstag deutlich sichtbar machen.«

41|Dieses Foto habe ich von der Dachterasse aufgenommen, und es lässt erahnen, dass Siegen eine weitaus hübschere Stadt ist, als oft behauptet wird.

Als Künstler war für mich der musikalische Beitrag zu dieser Veranstalung von besonderem Interesse.

Vier Musiker präsentierten Songs über Siegen-Wittgenstein. Sie gingen aus einem Wettbewerb hervor, der in Zusammenarbeit mit Radio Siegen ausgerichtet wurde.

Mich persönlch hat der Auftritt des Rappers Haboobrap angesprochen (www.haboobrap.de), der in seiner Darbietung »Hey Siegen« den Charme des Siegerlandes greifbar macht.

Sehr zu empfehlen ist sein You-Tube-Video, in dem das ansprechende Siegufer zu sehen ist.

https://youtu.be/Pe15_1Q2JzU

Noch ein paar abschließende Worte zu den Vorurteilen über die Sigerländer Region:

Seit ich 2000 nach Siegen kam, hörte ich immer wieder, das in Siegen nichts los sei, und dass es eine hässliche Stadt sei.

Dass das nicht so ist, hat der Landrat bereits vortrefflich erklärt. Songs wie »Hey Siegen« tragen etwas dazu bei, dass sich in den Köpfen von Besuchern und Siegerländern etwas ändern kann.

Ein besonders Highlight an baulichen Veränderungen ist das Siegufer mit seinen Stufen an der Sieg, auf denen Menschen unterschiedlicher Kulturen friedlich verweilen. Kinder spielen am Wasser, Erwachsene sind manchmal in Gepräche vertieft, aber das Siegufer ist auch ein schöner Ort, um in sich selbst zu ruhen und das Wasser zu beobachten.

Wasser ist eine Elementengrenze, zu der sich Menschen auf natürliche Weise hingezogen fühlen.

Und es ist genial, dem mitten in Siegen nachgehen zu können.

Es gibt so viele Erzählungen über Sejerländer Sturköppe. Jeder hier kennt den Ausdruck »Zum Lachen geht der Siegerländer in den Keller«. Aber hey, das passiert in anderen Gegenden ebenso.

Wenn man auf ein Blatt Papier einen Punkt setzt, sieht man nur diesen Punkt, ohne zu bemerken, dass ein Großteil der Fläche weiß ist.

Und so ist es auch mit dem Siegerland.

Etwas zu meckern wird es immer geben, aber lasst uns an dem erfreuen, was hier gut ist. Und davon gibt es jede Menge:-)

Hey Siegen, schön dass es dich gibt!

 

 

Sind Träume nur was für Verrückte?

Liebe LeserInnen,

heute traue ich mich was. Ich glaube nämlich, Persönliches von euch zu wissen: Ihr alle hattet in eurem Leben Träume, etwas Außergewöhnliches zu erleben oder lernen zu wollen, und heute blitzten diese Träume immer noch wie die Erinnerungen an unerfüllte Liebe im Bewusstsein auf.

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Nun die nächste gewagte These: Mehr als die Hälfte von euch hat die Träume nicht gelebt.

Ich erzähle Unfug? Dann beweist mir das Gegenteil, und schildert mir per Mail von euren verwirklichten Träumen (sebastian.domke@tintenkuenstler.de).

In diesem Beitrag gehe ich davon aus, dass ich recht habe, und die meisten ihre Träume im Wohnzimmer des Geistes wie Requisiten mit sich führen.

Aber woran liegt das, dass wir wertvolle Jahre ins Land ziehen lassen, ohne uns zu trauen, unseren Sehnsüchten nach zu gehen?

Ich glaube, das hängt mit unserer Komfortzone zusammen.

Wenn wir Neues versuchen, ist das zunächst mal anstrengend und verursacht ein Gefühl der Unsicherheit.

Das trifft wohl auf alles zu, was unsere gewohnten Routinen durchbricht.

Wenn wir z. B. ein Fahrrad gekauft haben und uns schöne Orte in der Natur erschließen, sammeln wir nicht nur inspirierende Eindrücke, wir helfen uns sogar zu einer besseren Physis und Gesundheit. Wir müssen nicht gleich eine Fahrradtour durch Europa machen, um das zu erleben.

Unser Gehirn weigert sich oft überzeugend, bis wir zu solchen Erfahrungen gelangen.

Die gute Nachricht ist: Wenn wir uns darauf einlassen, neue Erfahrungen zu sammeln, erweitern wir unser Spielfeld und werden reicher an Sinneseindrücken, Impulsen und Glück. Denn frischer Wind führt oft zu einem größeren Glücksempfinden.

Warum schreibe ich über die Komfortzone, wenn es doch um Träume geht? Ich denke, um Träume zu verwirklichen, muss man seine Komfortzone verlassen.

Das ist schön und gut, mag der kritische Leser einwenden, aber funktioniert das auch so einfach bei Projekten und Lernvorhaben?

Hierbei gibt es ein Problem, und das betrifft den Scheinwerfer, der hinter uns Erfahrungen beleuchtet.

Das hat schon Konfuzius erkannt:

»Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben.«

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Daraus kann sich ein Beschwernis ergeben, auf das ich eingehen möchte.

Wie sahen eure Klassenarbeiten aus, wenn ihr sie zurückbekommen habt?

Richtig, voller Anmerkungen mit Rotstift.

In unserem Schulsystem wurde zu meiner Zeit, heute ist es wohl immer noch so, der Scheinwerfer auf Fehler gerichtet und sehr selten Lob für Fortschritte und Gelungenes verteilt.

Was war und ist die Folge?

Genau, wir haben daraus gelernt, den Scheinwerfer auf unsere Defizite, unsere Fehler zu lenken. Ein Problem in unserer Gesellschaft, das zur Folge hat, dass zwanghaft Perfektion gesucht wird, begleitet mit der Angst zu versagen.

Wer von uns spürt nicht den Druck zu scheitern oder die Angst vor Fehlern?

Der Strahler, der einen Großteil unseres bisherigen Lebens beleuchtet hat, ist in der Verankerung etwas eingerostet. Deswegen möchte ich euch einladen, Hände, Füße und wenn nötig Zähne einzusetzen, ihn in eine andere Richtung zu schwenken. Hin zu euren Stärken, euren Erfolgen und zu eurer Freude über das, was ihr könnt und gemeistert habt.

Je länger der Scheinwerfer die Sonnenseite eurer Projekte und eures Lebens beleuchtet, desto mehr Inspiration werdet ihr geschenkt bekommen. Wahrnehmung vermögt ihr zu lenken, Wahrnehmung könnt ihr trainieren.

Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich den Scheinwerfer drehen konnte. Seither schaffe ich es erstmals, an einem Projekt wie meinem Roman zu arbeiten – lange ein Lebenstraum von mir.

Natürlich fallen mir immer wieder Unzulänglichkeiten auf, aber sie sind verschleiert und belasten mich nicht besonders. Meine Fortschritte hingegen erstrahlen im Licht.

Welche Konsequenz hat das für meine Arbeit?

Ich genieße den Schaffensprozess regelrecht. Ich genieße es, Schöpfer einer Welt mit Figuren zu sein, mit denen ich hasse, liebe, leide und träume – mit dem angenehmen Nebeneffekt, mich als Mensch dabei weiterzuentwickeln.

Der Scheinwerferschwenk hat mir Schaffensfreude geschenkt, ohne die Gier zu verspüren, die Massen begeistern zu müssen. Natürlich freue ich mich, wenn ich Leser im Herzen erreiche, aber ob das 5 oder 5000 Sind, ist für mich nicht das, worauf es ankommt.

Da ich manchmal erschöpft bin, gibt es Phasen, in denen mein Roman sehr langsam wächst. Ein Autor, den ich schätze, sagte zu mir: »Wachstum ist immer gut«, egal, wie langsam oder schnell man vorankommt. Sicherlich auch eine ungewohnte Sichtweise in unserer Leistungsgesellschaft. Natürlich gibt es Lebenssituationen und Beschäftigungsverhältnisse, in denen man unter Druck funktionieren muss. Allen Betroffenen möchte ich raten, als Konsequenz die Freizeit angenehmer zu gestalten.

Aber wie konkret könnt ihr einen Scheinwerfer in eine andere Richtung lenken?

Z. B., indem ihr ein Erfolgstagebuch führt, das stichpunktartig Meilensteine und kleine Fortschritte festhält.

58| Oder ihr redet über eure Entwicklung mit Familie und Freunden und erzählt Gott davon.

Fallen euch wirksamere Methoden ein? Schreibt mir davon, wenn ihr mögt.

Wem das zu weit geht, möchte ich eine weitere Variante empfehlen:

Am Ende des Tages dürft ihr innehalten und bewusst über das fünf Minuten resümieren, was ihr gut hinbekommen und welche positiven Sinneseindrücke ihr erfahren habt. Ich schlage vor, dass ihr in dieser Zeit äußere Reize wie Geräusche und Licht abschaltet und euch von den Medien entkoppelt.

Was meint ihr: Sind Träume nur was für Verrückte?

Ich glaube, Träume sind für uns alle wichtig, und manchmal muss man ein wenig verrückt sein, um sie umzusetzen.

Hierzu fällt mir ein Zitat von Vincent van Gogh ein:

Die Normalität ist eine gepflasterte Straße, man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

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Träumt und lebt schön!

Euer Sebastian Domke

Botschaft eines Superhelden

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»Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.«

Dieses Zitat stammt nicht aus einer Superheldenverfilmung. Es stammt aus der Bibel, aus Matthäus 12,20

Mir hilft diese Stelle bei meinem Glauben. Ich kann mir vorstellen, dass einige, wenn sie das Wort Bibel hören, vor den Bildschirmen aufstöhnen.

Andere lesen meine Worte vielleicht nicht zu Ende.

Das wäre wirklich schade. Weil in diesem Bibelzitat viel steckt, über das es sich lohnt nachzudenken. Ein geknicktes Rohr geht an einem Ufer in der Masse kräftiger Schilfrohre unter. Ein glimmender Docht ist ein Vorzeichen dafür, dass Licht bald durch Dunkelheit verdrängt wird. Hoffnung ist gewöhnlich in beiden Fällen nicht angesagt.

Menschen, denen es wie diesem Rohr und dem Docht geht, finden sich oft am Rand unserer Gesellschaft wieder. Wenn dort überhaupt noch Platz für sie ist.

Und dann kommt diese Zusage, dass da jemand ist, der das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht.

Das bedeutet für mich, dass es selbst in den dunkelsten Stunden Hoffnung gibt, die einem verwundeten Herzen wieder Nahrung geben kann.

Zweifler und Atheisten machen hier – soweit meine Einschätzung – oft dicht. Ihr Verstand wehrt sich gegen den Glauben an einen Superhelden namens Gott.

Ich glaube auch nicht, dass sich bei all dem Leid auf dieser Welt der Himmel öffnet, eine Hand herunterfährt und den Schmerz aus unseren Leben tilgt.

Aber wenn ich beginne, darüber nachzudenken, welche Botschaft in diesem Vers steckt, fällt mir was auf: Das ist genau die Art von Hoffnung, die jeder einzelne von uns, die aber auch unsere Gesellschaft gebrauchen kann. Damit möchte ich jeden ansprechen, auch jene, die eine Existenz Gottes ablehnen oder von Zweifeln zersetzt sind.

Jeder sollte entscheiden dürfen, ob er glauben möchte oder nicht. Und das ist gut so.

Auch Menschen, für die Gott eine Illusion darstellt, können dieser Bibelstelle was abgewinnen. Wer würde abstreiten, dass eine Art Urvertrauen in die Welt für die positive Entwicklung eines Menschen bedeutsam ist? Und ist es nicht vorbildlich, auf die Menschen zu schauen, für die es auf dieser Welt keinen Platz zu geben scheint? Menschen, die in Vergessenheit geraten oder von der Norm abweichen?

Der Atheist bemerkt jetzt vielleicht, dass Metaphern wie die des geknickten Rohres und des glimmenden Dochtes einen Wert besitzen, die für Menschen und ihr Zusammenleben wichtig sind.

Das wird umso deutlicher, je mehr man sich politisch in der Welt umsieht. Da zeigt sich mehr als einen Monat vor Ostern, wie wichtig es sein kann, eher auf Botschaften der Liebe zu schauen als über den Wahrheitsgehalt von vermeintlichen Wundern zu diskutieren.

Blickten wir auf das, was uns verbindet, als auf die Dinge, die uns trennen, würden wir seltener über Details streiten.

Trennende Aspekte stärken auf der Gegenseite aus Macht und Egomanie bestehende Systeme, die unsere Welt bedrohen.

Wenn ich die Botschaft der Bibel nach meinem laienhaften Verständnis zusammenfassen würde, und ich nur zwei Worte dafür zur Verfügung hätte, würde ich wohl die Worte Liebe und Gemeinschaft verwenden. Diese Begriffe versteht jeder, nahezu jedem Menschen ist klar, dass diese Wörter einen Wert darstellen, der uns Menschen im Zusammensein trägt.

Und das wirklich Tröstliche ist, dass so manche geknickte Rohre sich wieder aufrichten und so manche glimmenden Dochte Kerzen wieder zu strahlendem Licht verhelfen.

Es kommt vor, dass sie zu Multiplikatoren von Nächstenliebe avancieren.

Wenn das passiert, dann wird aus dem Symbol eines Superhelden eine Glaubenserfahrung, die über uns selbst hinausgeht.

Als erlebte Wirklchkeit.

Eine Geschichte über einen besonderen Menschen

Hartmut ist geistig behindert und benötigt Hilfe, um seinen Alltag bewältigen zu können.

Beim Tischtennisspielen blüht er auf. Dank der Unterstützung seiner Familie kann er seine Talente und Freude für diesen Sport ausleben, wie gut in dem Artikel von www.stern.de beschrieben wird.

In diesem Fall wurde Inklusion nicht diskutiert, sondern gelebt.

Nicht immer gelingt das in unserer Gesellschaft.

Jeder von uns hat Eigenschaften und Fähigkeiten, die uns zu etwas Besonderem machen. Ich fände es schön, wenn es viele Menschen wie Hartmut gäbe, die trotz Handycap – wie auch immer das sich äußern mag – die Wertschätzung erfahren, genauso wie vermeintlich gesunde Menschen, geliebt und geachtet zu werden.

 

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