Meditaton

Als meine Frau schwungvoll unsere Wohnungstür öffnet, erstarrt sie angesichts dessen, was sie vor sich sieht. Drei Meter von ihr entfernt verharre ich – mit geschlossenen Augen und in absoluter Ruhe.
Ich bin so sensibilisiert, dass ich den Lufthauch wahrnehme, der aus dem Treppenhaus hineingeströmt ist und mein Gesicht kaum merklich streift. Trotz der Tiefenentspannung realisiere ich mit geschärften Sinnen, was um mich herum passiert. Meine Frau ist in Anbetracht meiner Fortschritte, Meditation zu praktizieren, sicherlich überrascht.
Ich befinde mich in der gleichen Haltung wie vor einer Stunde, als ich meine Füße auf zwei weit auseinanderstehende Stühle stellte, um einen Spagatsitz einzunehmen. Dabei ist mein Rücken so gerade und meine Gesichtsmuskulatur so entspannt, dass Jean Claude van Damme gegen mich wie ein Hobbyturner mit Koordinationsproblemen wirken würde.
Konzentriert wie ich bin, bemerke ich an dem Atem meiner Frau, dass ihre Mundwinkel weit auseinander stehen. Da ich den Klang ihrer Schritte auf dem Boden noch gut in Erinnerung habe, kann ich die Entfernung recht genau bestimmen. Ja, ich weiß genau, wo sie sich befindet. Ich brauche die Augen nicht zu öffnen.
Ich greife zu der grauen Keramiktasse neben mir und entnehme eine Himbeere.
Mit einer präzisen Bewegung werfe ich sie zu meiner Frau, so dass sie – wie beabsichtigt – in ihrem offenen Mund landet.

Oben Beschriebenes hat sich natürlich nicht wirklich ereignet. Ich bin relativ unsportlich – und Meditation habe ich in den letzten Jahren kaum praktiziert – vielmehr handelt es sich um einen Tagtraum.
Da ich gerne innerlich ruhiger werden möchte, geisterte die Idee, mich mit meditativen Techniken auseinanderzusetzen, schon länger bei mir herum.
Als ich bei einer Verkaufsstelle gebrauchter Bücher für 0,50 EUR das Buch „Meditation für Dummies“ in tadellosem Zustand sah, dachte ich mir: Das ist die Gelegenheit.
Als ich das Buch aufschlug, las ich im Kapitel: „Was Meditation ist – und was nicht“ den Satz: „Setzen Sie sich einfach hin, seien Sie ruhig, richten Sie ihre Aufmerksamkeit nach innen und fokussieren Sie Ihren Geist. Das ist alles – wirklich!“
Wenn das alles ist, fragte ich mich, warum soll ich dann das ganze Buch lesen?
Mittlerweile habe ich erkannt, dass es vieles Wissenswerte rund um dieses Thema gibt und das Buch einen guten Überblick darüber zu geben scheint.
Ich bin froh, dass ich mir keine akrobatischen Fähigkeiten aneignen muss, um meditieren zu können.
Mein Tagtraum hat mich auf jeden Fall gut motiviert, mich mit dieser Thematik näher auseinanderzusetzen.

Ich wünsche Ihnen Gelassenheit und Kraft!

Ihr Sebastian Domke

Zeitreisen sind doch nicht möglich!

Liebe Leserinnen und Leser,

neulich hatte ich das Fußballspiel Bayern – Schachtar verfolgt. Bei dem Stand von 5:0 war ich eingeschlafen.  Als ich wach wurde, weiteten sich meine Augen, und ich begann, die Fassung zu verlieren. Es stand 2:0. War ich in der Zeit zurück gereist? Nach einem Blick auf die Uhr (Es muss so gegen 02:00 Uhr nachts gewesen sein) stellte ich fest, dass im Fernsehen die wiederholte Ausstrahlung des Spiels lief. Auch wenn der Moment des Staunens nur ein kurzer war, war es doch ein nettes Gefühl, in der Zeit zurück gereist zu sein;-)

Ihr Sebastian Domke

Sind Fahrer dunkler Fahrzeuge egoman?

Vor einigen Wochen erzählte mir ein Freund so ganz nebenbei, festgestellt zu haben, dass Fahrer von hellen Autos abends häufiger die Beleuchtung einschalten als die Fahrer dunkler PKWs.
Ich fragte ihn:
„Wie kannst du dir da so sicher sein?“
„Ich habe das überprüft“, entgegnete er. Immer noch nicht überzeugt, wandte ich ein:
„Es gibt ja so etwas wie selektive Wahrnehmung. Alle Menschen nehmen ihre Umgebung auf eine subjektive Weise wahr. Ich glaube, dass du durch ein Vorurteil beeinflusst wurdest und daraufhin das Gefühl entwickelt hast, dass Fahrer von dunklen Fahrzeugen abends das Licht seltener anschalten.“
Triumphierend ließ er die Katze aus dem Sack:
„Ich habe mich eines Tages an eine Straße gestellt und eine Strichliste geführt. Mit dem Ergebnis, dass Besitzer dunkler Autos tatsächlich öfter ohne Licht fahren.“ Ungläubig bemerkte ich:
„Statistiken könnten täuschen.“ Was er dann sagte, löste meine Zweifel wie eine Brausetablette in einem Wasserglas auf:
„Ich habe die Untersuchung noch an anderen Orten wiederholt – mit dem gleichen Ergebnis. Liebhaber dunkler PKWs sind egoman. Sie nehmen auf andere keine Rücksicht.“
Später erfuhr ich, dass unabhängig von o. g. Untersuchung eine Radiosendung über das gleiche Ergebnis einer Studie berichtete.