Schwäche

Liebe LeserInnen,

ein spannender Romananfang Stephen Kings inspirierte mich zu einer Schreibübung:

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»Ich war nie das, was man eine Heulsuse nennt. Meine Ex-Frau gab meinen »nicht vorhandenen emotionalen Gradienten« als Hauptgrund dafür an, dass sie mich verließ (als ob der Kerl, den sie bei den Anonymen Alkoholikern kennengelernt hatte, ganz nebensächlich wäre).« («Der Anschlag«, Stephen King, Wilhelm Heyne Verlag, München, S. 9).

Ich finde diesen Anfang aus Kings Roman genial. Gleich zu Beginn erfahre ich, dass die Hauptfigur unter der Schwäche leidet, schwer Gefühle zeigen zu können.

Wie Jake sich auf den ersten Seiten über seine Schwäche reflektiert, macht ihn für mich sehr sympathisch. Ich fühle seine Verletzung, verlassen worden zu sein und möchte mehr über ihn wissen. Wird es ihm sogar möglich, sich besser zu öffnen, oder wird er jemanden finden, der ihn so annimmt, wie er ist? Diese Figur zieht mich in den Bann. Wäre er einfach nur ein Typ, den seiner Frau sitzen gelassen hat und als aalglatter Charakter durch die Handlung stolpert, fände ich ihn langweilig und unnahbar.

Als ich das Buch aufgeschlagen und die ersten Seiten verschlungen hatte, fragte ich mich: Was ist meine größte Schwäche? Wie würde eine Erzählung verlaufen, in der ich mit Problemen der Außenwelt konfrontiert werde, um am Ende festzustellen, dass ich die Schwierigkeiten nur löse, wenn ich meine Archillisverse bezwinge?

Womöglich würde ich mich mehr trauen als in der Wirklichkeit, aber ich käme auf so manche überraschende Idee, in Lebensbereichen Fortschritte zu erzielen. Und wenn ich Wege im Kopfkino erkennen würde, gelänge es mir leichter, sie in der Realität zu zementieren.

Wagt ihr euch, eure Geschichte zu Papier zu bringen? Möglich, dass wir selbst der Protagonist sind, der unseren Makel überwindet.

Wenn ihr mehr Abstand braucht, versucht euch doch an einem Märchen oder einer Fantasy-Story mit euch als Prota. Diese Übung ist etwas sehr Persönliches, aber ich finde: Da jeder von uns der Mensch ist, der als Einziger ohne Unterlass mit sich sein Leben verbringt, dürfen wir uns das wert sein und die Story für uns selbst schreiben.

Schreibt, träumt und lest schön!

Euer Sebastian

Mit Buckelwalen geträumt

58|Liebe LeserInnen,

gut geschlafen? Plagen euch manchmal Gedanken, die euch beim Einschlafen hindern?

Habt ihr Haustiere? Beruhigen sie euch mit ihren Schlafgeräuschen? Eine Freundin sagte mir gestern, dass das Schnurren von Katzen sehr beruhigend sei und beim Einschlafen helfe.

Es gibt einen Audible-Podcast namens »Träumende Tiere«, für den eine Biologin und Fernsehjournalistin die Geräusche schlafender Tiere aufgezeichnet hat. Sie erzählt erst davon, was an den Tieren so faszinierend ist, und im zweiten Teil darf man ihnen dabei zuhören, wie sie die Traumwelt erobern.

Gestern lauschte ich dem Atem von Buckelwalen. Es dauerte keine zwei Minuten, und ich war eingeschlafen. In dem Podcast glänzen auch Labradore, Kängurus und Lippenbären mit träumenden Auftritten.

Der Schlaf ist unsere bedeutendste Quelle, Energiereserven aufzufüllen.

Was hilft euch beim Einschlafen?

Schreibt, lest und träumt schön!

Euer Sebastian

Reframing

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Liebe LeserInnen,
 
»Reframing« ist ein Begriff aus der Psychologie, der mich zu einem Gedicht inspiriert hat, dass ich euch als Geleit mitgeben möchte:
 
 
 
 
 
Düstere Wolken lassen es über dir regnen,
verdunkeln all das,
was du siehst.
 
Etwas Unsichbares presst dich
in eine Welt
aus Dunkelheit.
 
Du breitest deine Arme aus
und ertastest einen Rahmen,
der die Größe
deiner Welt
bestimmt.
 
Gebeugt von der
immer enger werdenden
Begrenzung
drückst du dich ihr
mit Kampfeswillen
entgegen
und plötzlich
veränderst du etwas,,
siehst Vogelschwärme
und klaren Himmel,
dort,
wo eine schwarze Umrandung
das Antlitz der Sonne
verborgen hatte.
 
Je weiter du den Rahmen nach außen schiebst,
desto vielfältiger und bunter
leuchtet dein Leben
und das,
was du darin
siehst,
denkst und
fühlst.
 
Dankbarkeit.
 
©Sebastian Domke 2018
 
Beim Reframing geht es darum, Erinnerungen an Erlebnisse zwar nicht zu verändern, aber dafür anders zu bewerten.
Ich nenne jetzt mal ein unverfängliches Beispiel:
Im letzten Sommer funktionierte plötzlich mein Notebock nicht mehr. Alle Texte, an denen ich arbeitete, waren darauf gespeichert.
Ich hätte mich stunden-, tage- oder eine Woche darüber aufregen können.
Stattdessen erkannte ich die Chance, das Schreiben mit der Hand wiederzuentdecken, so entstand unter dem Kirschbaum im Garten, angelehnt an den Baumstamm, eine Szene von »Mondscheintanz«, meinem Romanprojekt.
Mein Kopf wurde freier und ich besann mich auf das Wesentliche.
Eine durchweg positive Erfahrung.
Aber nur, weil ich meinen Rahmen mit den Blick auf positive Bewertungen eines negativen Ereignisses erweitert habe.
Natürlich gelingt mir das nicht immer, und ich weiß, dass es schlimme Ereignisse gibt, die man erstmal überhaupt nicht beschönigen kann. Oft genug war ich selbst in negativen Gedankenspiralen gefangen, um das zu wissen.
Aber allein die Möglichkeit, nach postiven Aspekten Ausschau zu halten, kann helfen, etwas zu verändern. Und ich habe das Gefühl, dass Reframing erlernbar ist (auf mich warten noch unzählige Stunden auf der Übungsmatte).
 
Lest, schreibt und träumt schön!
 
Euer Sebastian

Der Baum in mir

58|Liebe LeserInnen,

viele gute Gedanken kommen mir bei Spaziergängen:

Wenn ich schwach bin, bin ich schwach. Wenn ich stark bin, bin ich stark. Ich darf so sein, wie ich gerade bin. Das macht mich glücklich.

Ein weiser Mann sagte mal zu mir: »Ich habe den Eindruck, dass das Schreiben wie ein Baum in Ihnen gewachsen ist, der immer weitere Äste schlägt, und Sie selbst dann stabilisiert, wenn tragende Säulen wegbrechen.« Es ist lange her, dass ich diese Worte hörte. Aber erst jetzt wird mir deren Bedeutung und Ausmaß bewusst. Oft habe ich das Gefühl, dass mir das Schreiben geholfen hat, mich selbst besser anzunehmen. In mir pulsiert das Gefühl, dass ich erst am Anfang stehe. Bezaubernde Textschätze liegen vor mir und warten darauf, gehoben zu werden. Um diese Erfahrung zu machen, muss man nicht viele Bücher lesen. Füller und Briefpapier reichen.

Lest, schreibt und träumt schön!

Euer Sebastian

Abenddämmerung

Liebe LeserInnen,

ich wünsche euch zwischen den Marschbewegungen unserer schnellebigen Zeit Momente der Ruhe, zum Innehalten. Zu diesem Anlass teile ich meine Gedanken bei der gestrigen Abenddämmerung mit euch – von einem meiner Lieblingsplätze:

58|Sanftes Rauschen der Blätter im Wind. Vögel zwitschern, zwei davon verabschieden sich melodisch vom heutigen Tag. Ermutigendes Grillenzirpen. Am Horizont dreht sich stark und mächtig ein Windrad. Der Himmel schimmert golden und ich vermag meinen Blick nicht vom Windrad zu lösen. Manchmal fühle ich mich kraftlos, aber vielleicht verfüge ich über ähnliche Stärke, wie die Rotorblätter es präsentieren. Wenn die Berge umhüllt von Nebelschwaden sind, ist die Sicht zu dem Energiespender nur verschleiert, ähnlich, wie ich mitunter meine Kraftquelle nicht wahrnehme. Aber zu wissen, dass sie da ist, schenkt mir Hoffnung. Der Singsang der Vögel geschieht nun im Einklang eines Chors. Einzigartig schön und einheitlich beschwingend lausche ich einer Komposition, die nie dagewesen ist und nie wiederkehren wird. Dieser Moment ist pures Glück, in ihm steckt jener göttliche Funken, der sich offenbart, wenn man im Natürlichen das Besondere sieht. Der Horizont könnte auch Beginn eines Ozeans sein. Unten blau und darüber gelb-golden leuchtend die Himmelslinie. Ich fühle mich wie ein Wanderer am Rande der Welt, vor einem Universum, das noch niemand entdeckt hat. Ich habe das Gefühl zu verschmelzen, eins zu werden mit dem großen Ganzen, das mich umgibt, und von dem ich nur ein winziges Teilchen bin. Hin und wieder denke ich: Das große Glück ist so weit entfernt, dabei ist es is so nah, dass ich oft darüber gestolpert bin, ohne es zu bemerken.

Träumt, lest und schreibt schön!

Euer Sebastian

Einsamkeit

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Liebe LeserInnen,

an Maria Rilkes Briefen an einen jungen Dichter namens Kappus beeindrucken mich besonders seine tiefgründigen Gedanken über die Einsamkeit:

»(…)Aber vielleicht sind das gerade die Stunden, wo die Einsamkeit wächst; denn ihr Wachsen ist schmerzhaft wie das Wachsen der Knaben und wie der Anfang der Frühlinge. Aber das darf Sie nicht irre machen. Was not tut ist doch nur dieses: Einsamkeit, große innere Einsamkeit. Insichgehen und stundenlang niemandem begegnen, – das muss man erreichen können. (…)« [Rilke, Rainer Maria, verfasst 1903, Briefe an einen jungen Dichter, 6. Brief, Herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2016]

Für Rilke war Einsamkeit eine Tür zur inneren Reifung. Einsamkeit kann sehr schmerzhaft sein, oh ja.

Ich genieße das freundliche Miteinander mit Menschen und erfreue mich fast täglich daran. Extravertiert wie ich bin, ist mir freundschaftliches Nehmen und Geben eine besondere Kraftquelle. Aber ich bin eben nicht immer extravertiert, auch ich brauche meine Phasen der inneren Einkehr, damit meine Seele sich organisch entfalten kann. Manchmal genügen mir dazu wenige Stunden, manchmal brauche ich Tage, an denen ich mich von der Außenwelt zurückziehe.

Ich bin Rainer Maria Rilke für seine Worte sehr dankbar. Denn sie haben mich gelehrt, in der Einsamkeit über den Schmerz hinauszugehen und zu wachsen.

Achtsamkeit ist ein Modewort.

Rainer Maria Rilke hat ihre Bedeutsamkeit im Jahr 1903 bereits voll erfasst.

Viele Menschen, die in den Neunzigern aufgewachsen sind, wissen noch, was es bedeutet, eigenen Gedanken eine bunte Wiese als Raum zu geben. Heute sind wir fast alle digital vernetzt, bereit, in Sekunden auf Nachrichten zu reagieren und in die Gedankenwelt anderer zu tauchen. Es ist so leicht, eine WhatsApp-Nachricht zu schreiben oder etwas zu posten, und der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich aus dem Weg zu gehen. Ich werde meine Freude an Gesprächen nicht verlieren, aber vielleicht das eine oder andere Mal innehalten und fragen: Wo stehe ich gerade als Mensch? Wo will ich hin? Welche leise Stimme in mir möchte gehört werden?«

Schreibt, lest und träumt schön!

Euer Sebastian

Unmöglich

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Liebe LeserInnen,

für den heutigen Tag suchte ich ein weises Orakel auf. Meine Frage: »Wie lautet mein Tagesmotto?« Das Orakel antwortete: »›Unmöglich‹ ist nur ein Wort, das im Wörterbuch steht.«

Ich glaube, dass es kein Zufall war, diese Weissagung zu bekommen. Vor einigen Monaten erdachte ich den Aphorismus: »Man kann nicht alles erreichen, was man will. Die Chancen dazu steigen aber, wenn man alles für möglich hält. Vielleicht wollte mir das Orakel meine Philosophie vor Augen führen. Aber was bedeutet das konkret für den heutigen Tag?

Nun, seit über einem Monat besitze ich das Buch »Story«, ein Standardwerk über das Drehbuchschreiben. Auch wenn ich kein Drehbuchautor bin, finde ich dort interessante Beispiele darüber, wie gute Storys funktionieren. Leider habe ich bisher kaum darin gelesen, bislang war es mir kaum gelungen, die Disziplin dafür aufzubringen. Die Umsetzung schien unmöglich. Unmöglich war es mir auch in den letzten Tagen, das Chaos in meiner Wohnung zu beseitigen. Wir haben 10:08 Uhr und ich werde heute mit diesen Vorhaben dem Orakel die Ehre erweisen. Welche alltäglichen Dinge erschienen euch in den letzten Tagen unmöglich? Was wäre, wenn ihr deren Unmöglichkeit infrage stellt?

Lest, träumt und schreibt schön!

Euer Sebastian

Katharsis

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Liebe LeserInnen,

in der Psychologie bedeutet Katharsis »psychische Reinigung«.

Wer kennt das nicht?

Momente im Leben, in denen man ordentlich durchgeschüttelt wird. Innere Konflikte und verdrängte Gefühle legen den Turboschleudergang ein, man gerät in einen Sog und verliert sich darin. Erneutes Verdrängen ist eine Möglichkeit. Die andere ist Ausleben und Loslassen. Damit meine ich nicht das Zerkleinern der Wohnungseinrichtung. Nein. Die wilde und zugleich sanfte Methode, die ich bevorzuge, ist, die ganze Scheiße ungehemmt aufzuschreiben, sodass die Seele zu beben beginnt.

Ich habe es einige Male probiert. Manchmal schrieb ich dreißig Minuten, manchmal bis zu einer Stunde. Mit der Zeit brach der Ballast auseinander und löste sich auf – wie schäumende Wellen an einem Strand. Dann hielt ich inne und konzentrierte mich für eine Weile auf die Atmung. Meine Gedanken waren ruhiger geworden, kamen und gingen wie sanfte Strömungen. Schließlich schloss ich den Text mit einem Resümee ab. Oft war es der wertvollste Gedanke, der aus der Reinigung hervorging. Nun las ich den Text zum ersten Mal und markierte mir die Passagen, die mir besonders guttaten.

Nach einigen Tagen ist es spannend, die niedergeschriebenen Gefühlsexplosionen nochmals zu lesen, in einer Situation, in der man zu den Problemen Abstand hergestellt hat. Diese Erfahrung steigert das Selbstwertgefühl, weil man einen Sturm überstanden und Selbstvertrauen für die kommenden Turbulenzen gewonnen hat.

Diese Inspiration für das reinigende Schreiben habe ich aus dem Buch »Federleicht« von Barbara Pachl-Eberhart übernommen. Das Buch schlägt eine Brücke zwischen therapeutischem und literarischem Schreiben. Es ist eines meiner Lieblingsbücher und ich empfehle es jedem Schreibbegeisterten und jenen, die es werden wollen.

Träumt, lest und schreibt schön!

Euer Seastian

Schmetterlingsphilosophie

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Liebe LeserInnen,

ein Schneeballtext beginnt mit einem Satz, bestehend aus einem Wort. Jeder Satz wird um ein Wort länger, bis er acht Wörter umfasst. Danach wird der Schneeball wieder kleiner, es folgt ein Satz mit sieben Wörtern, einer mit sechs, bis zum letzten Satz, der wieder ein Wort lang ist. Grammatik spielt dabei keine Rolle. Auch Zeilenumbrüche sind nicht erforderlich.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Sonntag und schenke euch meinen ersten Schneeball:

Sonntag. Resümee ziehen. Seele baumeln lassen. Kopf leeren, sorgfältig auffüllen. Vorfreude, weitere Fortschritte zu machen. Als Autor, als Mensch, als Weltverbesserer. Was gibt es Neues zu entdecken, Welt? Ich will meine Komfortzone verlassen und mich entfalten. Der Kokon ist nicht Gefängnis, sondern Kraftraum. Ich baue Muskeln auf, durchdringe Wand. Kräftige Flügelschläge tragen mich empor. Den Kokon behüte ich. Für kraftraubende Gefahren. Als Rückzugsort. Schmetterlingsphilosophie.

Wollt ihr es auch mal versuchen?

Träumt, lest und schreibt schön!

Euer Sebastian

Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?

Tag 13

Liebe LeserInnen,

ich gönne mir kein Frühstück, das dem Sonntag etwas Festliches verleihen würde.

An einigen Sonntagen besuche ich morgens den Gottesdienst einer freien evangelischen Gemeinde, die ich schätze. Die Gottesdienste geben mir Impulse, die mir helfen, die Perspektive zum Alltäglichen zu verändern, als würde ich wie ein Kameramann das Aufnahmegerät von einer anderen Seite aufs Geschehen lenken. Das hat oft zu neuen Blickwinkeln geführt, und ich habe nicht nur neue Facetten des Daseins gesehen, manchmal wurde die Auflösung des Films »The life« sogar schärfer.

Wenn mich Menschen fragen, wie ich zu Gott stehe, sage ich: »Uns verbindet ein Gummiband, das sich in Phasen des Lebens immer wieder ausdehnt und dann zusammenzieht, dass ich das Gefühl habe, neben ihm zu sein. Egal, wie sehr das Gummiband auch strapaziert wird: Es reißt nicht.«

Ich bin kein regelmäßiger Kirchengänger, aber ich will ein mal in der Woche mein System herunterfahren und neu starten. Unnötige Hintergrundprogramme möchte ich deaktivieren, die Lautsprecher abschalten und Stille zulassen.

Heute habe ich seit Langem laut gebetet, und mir ist klar geworden, dass das Leben für mich wie eine riesige Halle ist, von der aus Türen über Gänge in andere Gebäudekomplexe führen. 59|Im Gebet habe ich erkannt, dass ich einen Zeitpunkt der Meditation brauche, damit ich herausfinden kann, welche Türen sich in der Halle befinden und welche ich in der nächsten Woche schließen und öffnen möchte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Schwellen ich überschreiten sollte, um Neues kennenzulernen und Altes zu vertiefen.

Ich will hier niemanden missionieren. Wer nicht an Gott glaubt, könnte sich schlicht Zeit zur Stille reservieren und die Weichen für kommende Tage stellen. Ich finde, dazu eignet sich der langsame Sonntag gut, einen Tag, bevor die Zeit wie ein Schnellzug durchs Leben rast.

Schon wieder habe ich etwas gemogelt. Die Frage war ja nicht, wie ich mir einen Sonntagmorgen vorstelle und warum, sondern wie mein Sonntagmorgen verläuft. Ich denke, alle drei Fragen beantwortet zu haben, schadet keinem.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian