Zeit für eine Pause! Womit prokrastinierst du am liebsten?

Autorenwahnsinn

Tag 21

Liebe LeserInnen,

am liebsten prokrastiniere ich mit

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P – Poesie

A – Anschauen von Serien (im Moment 24 mit Kiefer Sutherland)

U – Untertauchen in die Musik- und Bücherwelt

S – Spazierengehen und Scrabble spielen

E – Eintauchen in die Welt der Nachrichten

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Welchen Autor/welche Autorin hast du diesen Sommer neu für dich entdeckt?

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Liebe LeserInnen,

schon im Frühling habe ich begonnen, ihn zu entdecken, und im Sommer hat sich meine Faszination weiter gesteigert.

Haruki Murakami ist ein Autor, der mich mit vielschichtigen Charakteren und seinem bildhaften Stil in fantasievollen Romanen immer mehr fasziniert.

In den letzten Monaten las ich sein dreibändiges Wert 1Q84 aus, das ich nur empfehlen kann.

Ein übergreifendes Thema seiner Werke ist der Verlust geliebter Menschen.

 

Als Hörbuch hörte ich auch das autobiografisches Werk »Von Beruf Schriftsteller«, in dem er mich mit seiner bescheidenen Umschreibung der Autorentätigkeit und beispielhaften Einstellungen zu verschiedenen Facetten des Lebens beeindruckt hat.

Das Buch ist nicht nur für Schriftsteller interessant, in ihm kommt ein Mensch zu Wort, der über Weitsicht, Demut und Humor verfügt.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Hot, hot, hot! Heute wollen wir ein heisses, sinnliches Zitat von dir lesen.

Autorenwahnsinn

Tag 19

Liebe LeserInnen,

die folgende Szene stammt aus der gefühlten Mitte meines Manuskripts, ich habe sie zu Papier gebracht, um eine Schreibflaute zu überwinden:

Ausgangspunkt ist Yanniks Perspektive.

»Hey, was machst du da«, ruft sie, als ich zwei leere Tetra-Packs vom Boden aufhebe, um sie in den gelben Sack zu befördern.

»Ich schmeiß den ganzen Ballast weg.« Ich bücke mich und greife nach zwei Taschentüchern, die unter dem Wohnzimmertisch liegen.

»Warum tust du das?«

»Weil ich weiß, dass es dir guttut.«

Verschmitzt grinse ich sie an. »Weißt du, ich mag deinen Kopf!« Diana runzelt die Stirn.

»Du magst meinen Kopf« wiederholt sie, als würde sie mit einem Kind sprechen, das die Spielwiese der Realität für einen Moment verlassen hat.

»Der Müll in der Wohnung ist mit dem Müll in deinem Kopf verbunden«, erkläre ich. »Verschwindet der eine Müll, verschwindet auch der andere, wie beim Ändern und synchronisieren von PC und Cloud.«

Nun betrachtet sie mich wie eine fremde Spezies. »Und das ist dir ein Anliegen, weil du meinen Kopf magst.«

Ich nicke, bemüht, ernst zu bleiben.

Ihre Mimik wirkt vorwurfsvoll.

»Also, den Rest an dir mag ich auch«, sage ich hastig.

Sie legt den Kopf schief, sodass ihr rotes Haar mitschwingt.

»Gerade noch mal die richtige Abzweigung genommen.«

Ich spüre, wie Blut in mein Gesicht schießt.

»Also, ich wollte nicht oberflächlich sein. Ich …«

»Psst.« Diana legt mir den Zeigefinger auf den Mund und beißt sanft auf die Unterlippe.

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»Sollte ich … besser …. schweigen?«, presse ich mühsam hervor.

Sie schaut mir unverwandt in die Augen.

»Ich weiß nicht, ob du schweigen kannst, bei dem, was ich mit dir vorhabe.« Verführerisch zieht sie die Augenbrauen hoch und lockt mich, näher zu kommen.

Zögernd nähere ich mich ihrem Gesicht, der Zeigefinger trennt uns wie ein Schutzwall.

»Warte«, stoße ich angestrengt hervor.

»Was ist los? Du wirkst etwas mitgenommen.«

»Ich möchte dir heute Nacht einen Traum erfüllen.«

»So langsam kommen wir der Sache näher.« Sie wandert mit der Hand den Rücken herunter.

»Lass uns alles um uns herum vergessen und heute nacht schwimmen gehen«, sage ich.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Wir lieben Notizbücher! Welches benutzt du aktuell?

Autorenwahnsinn

Tag 18

Liebe LeserInnen,

am liebsten benutze ich ein DIN-A4-Notizubuch, in dem ich in Cafés oder auf Bänken Romanszenen und Tagebucheinträge verfasse.

Der fotografierte Auszug zeigt die Einleitung zu einer heißen Szene, die sich zwischen Yannik und Diana, den beiden Hauptfiguren meines Romanprojekts, ergeben hat.

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Ihr könnt nichts lesen, richtig? Gut, es soll auch nicht zu viel verraten werden, denn die morgige Aufgabe an Tag 19 besteht darin, ein heißes und sinnliches Zitat des Skripts zu posten.

Es wird aus dieser Szene hervorgehen.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Wo schreibst du am liebsten, wenn es draussen regnet?

Autorenwahnsinn

Sommerlochedition Tag 17

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Liebe LeserInnen,

bei Regen schreibe ich am liebsten in meiner Wohnung, dabei variiere ich zwischen Wohnzimmer, Küche und Arbeitszimmer. Zur Zeit ziehe ich das großräumige Wohnzimmer vor. Wie als Bestätigung höre ich, wie der Regen die Luft wäscht, begleitet von Benjamin Richters neuem Album »Memory Lane«.

Die Zeit, die der Regen vom Himmel bis zum Asphalt braucht, ist die Zeit, in der Gedanken durch den Kopf rauschen, Gedanken, die wir in den meisten Fällen vergessen haben, bevor die Erde getrocknet ist. Gedanken, die uns wie Regentropfen beträufeln und an uns herunterperlen. Wir spüren, dass uns etwas benetzt hat, wir wissen aber nicht, wo.

Wenn die Wolkendecke aufklafft und Sonnenstrahlen die Flüssigkeit von den Straßen wischt, beginnen wir, den Niederschlag zu vergessen.

Wir vergessen, was wir erfahren und was uns verändert hat.

Vielleicht bleibt ein Tropfen auf dem Brillenglas zurück und ruft uns ins Bewusstsein, dass ein Regenerguss zwar flüchtig ist wie unser Leben auf diesem Planeten, dass in ihm aber die Formel von Wachstum, von Leben verborgen ist, so, wie wir das immer von unseren Gedanken erhofft haben.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Wer sind deine Schreibbuddys? Zeig uns deine Partner in Crime!

Liebe LeserInnen,

es gibt einige Autorinnen und Autoren, mit denen ich die Berge und Täler des Autorendaseins durchschreite, zur heutigen Aufgabe möchte ich diejenigen nennen, mit denen ich regelmäßig zu tun habe.

Unverzichtbar ist mein Schreibbuddy Claudia Gogolin geworden, mit der ich fast täglich kommuniziere.

Sie hat bisher den Roman »Lucy & Mirco« verfasst und überarbeitet zur Zeit »Spuren im Staub«, einen Fantasyroman.

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In ihrem Profil steht, dass sie chaotisch, liebenswert und durchgeknallt sei. Alle drei Eigenschaften treffen auf sie zu, wobei ich vor das »durchgeknallt« gerne »positiv« einfügen möchte.

Gegenseitige Motivation bestimmt unsere Gespräche ebenso wie Blödeleien, die ich nicht mehr missen will.

Beim Diskutieren über Schriftarten für Cover ist sie ebenso wie mit einem kritischen Blick auf geschriebene Passagen zur Stelle.

Auch an so manchem schiefgelaufenen Tag hörte sie mir zu und munterte mich auf.

Claudia, danke für das alles!

 

Ira ist ebenfalls eine gute Autorenfreundin. Wir tauschen alle paar Wochen ausführliche Mails aus, motivieren und unterstützen uns beidseitig.

Ira schreibt historische / politische Romane. Aktuell hat sie »Das deutsche Spiel veröffentlicht«, ein Buch, in dem es um politische Intrigen und die Bundestagswahl geht.

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Wir lernten uns im November 2016 beim NaNoWriMo (National Writing Month) kennen, einem Schreibwettbewerb mit dem Ziel, 50.000 Wörter in einem Monat zu schreiben. Autoren vernetzen sich dabei miteinander. Aus verschiedenen Gründen brachen wir die Teilnahme ab, unser Kontakt blieb bestehen. Unsere Motivationen zu schreiben sind ähnlich und wir haben einen gleichenden Blick auf verschiedene Facetten des Lebens. Danke Ira, dass ich dich kennenlernen durfte.

Nicht fehlen darf ein Schreibbuddy und Freund, mit dem ich mich nicht virtuell, sondern reell alle zwei Wochen treffe. Ich weiß nicht, ob er namentlich genannt werden möchte. Er will vermeiden, zu tief »ins digitale Kielwasser zu tauchen«, wie er sagt. Martin R. hat einen Roman zu Papier gebracht, sowie diverse Kurzgeschichten. Er kennt die großen Werke der Weltliteratur und ist ein Genie darin, in Texten mit kunstvollen Beschreibungen für Atmosphäre zu sorgen. Auf unsere Gespräche über Gott und die Welt und literarische Gefilde möchte ich nicht mehr verzichten.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Welche Snacks dürfen diesen Sommer auf keinen Fall beim Schreiben fehlen?

Liebe LeserInnen,

weil ich dabei bin, abzunehmen, möchte ich auf Süßigkeiten beim Schreiben verzichten. Ich saß heute mit einer befreundeten Nachbarin im Garten, und ich unterhielt mich mit ihr über Sommersnacks.

»Ich esse eigentlich keine Snacks.« Ich zögerte und rückte schließlich mit der ganzen Wahrheit raus: »Gelegentlich greif ich zu einem Stück Schokolade, das geht schon seit einer Weile so, ich wollte es mir nur nicht eingestehen.« Während ich diese Zeilen verfasse, betrachte ich die Alufolie links des Laptops, in der sich bis vor Kurzem Schokolade befunden hat. Geht das? Unbewusst Süßes zu essen?

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Aber zurück zu der Unterhaltung im Garten. Nachdem ich meine Schwäche gegenüber Schokolade offenbart und ein wenig darüber sinniert hatte, sprang ich vom Liegestuhl auf, als wäre dieser in Brand geraten.

»Scheiße. Das Eis, ich habe eingekauft und vergessen, das Eis ins Gefrierfach zu legen. Sch…« Ich rannte fluchend die Stufen empor und stelle zufrieden fest, dass das Eis noch gefroren war.

Zum ersten Mal seit mehreren Monaten kaufte ich mir Eis, nur wie konnte ich das vollkommen ausblenden?

Die Poetryslammerin Julia Engelmann sagte in einem ihrer Texte: »Mein Patronus ist ein Schweinehund …«

Liebe Leute, ich habe da so eine Theorie: In meinem Kopf gibt es einen Schweinehund, der sich tarnt und dabei geschickter vorgeht als ein ausgebildeter Systemelektroniker beim Löten von Schaltkreisen.

Dank der Tagesaufgabe habe ich Mr. Schweinehund enttarnt.

Immerhin: Rechts des Laptops liegt eine Schale mit Weintrauben. Ein gutes Omen oder der Versuch des Schweinehunds, mich in Sicherheit zu wiegen? 😉

 

Schreibt und lest schön!

 

Euer Sebastian

MondayMotivation: Was motiviert dich?

Liebe LeserInnen,

über die Frage »Was motiviert dich« musste ich nachdenken. Denn: Es gibt einiges, was mich motiviert:

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Massenweise Möglichkeiten, meine Kreativität auszuleben

Oasen des Glücks, die sich mir beim Schreiben immer auf neue Art zeigen

Träume, die in Geschichten und meinem Roman wahr werden, es ist, als dürfte ich mehrere Leben führen

Interessante Bücher und Filme, die mich als Mensch und Autor inspirieren

Vertrauen in meine Fähigkeiten, das von Text zu Text steigt

Anpassung an wandelnde Energiezustände

Texte meiner Lieblingsautoren beflügeln mich

Intensives Kopfkino, das Schreibprozesse wie Urlaub erscheinen lässt

Ordnung im Kopf, nach dem Verfassen von Texten ist es in meinem Kopf so aufgeräumt wie geometrische Formen nach einer perfekten Tetrispartie (Seit Gameboy-Zeiten habe ich es nicht mehr gespielt, ich werde mir wieder eine App runterladen, könnte Spaß bereiten)

Nette Menschen: Familie und Freunde, die an mich glauben und mich ermutigen, weiterzuschreiben

Es ließen sich noch mehr Motivationen für den Schreiballtag finden. Was mich außerdem motiviert und gleichermaßen beruhigt, ist, dass ich mir keinen Druck mache und mich frei entfalten darf.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?

Tag 13

Liebe LeserInnen,

ich gönne mir kein Frühstück, das dem Sonntag etwas Festliches verleihen würde.

An einigen Sonntagen besuche ich morgens den Gottesdienst einer freien evangelischen Gemeinde, die ich schätze. Die Gottesdienste geben mir Impulse, die mir helfen, die Perspektive zum Alltäglichen zu verändern, als würde ich wie ein Kameramann das Aufnahmegerät von einer anderen Seite aufs Geschehen lenken. Das hat oft zu neuen Blickwinkeln geführt, und ich habe nicht nur neue Facetten des Daseins gesehen, manchmal wurde die Auflösung des Films »The life« sogar schärfer.

Wenn mich Menschen fragen, wie ich zu Gott stehe, sage ich: »Uns verbindet ein Gummiband, das sich in Phasen des Lebens immer wieder ausdehnt und dann zusammenzieht, dass ich das Gefühl habe, neben ihm zu sein. Egal, wie sehr das Gummiband auch strapaziert wird: Es reißt nicht.«

Ich bin kein regelmäßiger Kirchengänger, aber ich will ein mal in der Woche mein System herunterfahren und neu starten. Unnötige Hintergrundprogramme möchte ich deaktivieren, die Lautsprecher abschalten und Stille zulassen.

Heute habe ich seit Langem laut gebetet, und mir ist klar geworden, dass das Leben für mich wie eine riesige Halle ist, von der aus Türen über Gänge in andere Gebäudekomplexe führen. 59|Im Gebet habe ich erkannt, dass ich einen Zeitpunkt der Meditation brauche, damit ich herausfinden kann, welche Türen sich in der Halle befinden und welche ich in der nächsten Woche schließen und öffnen möchte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für Schwellen ich überschreiten sollte, um Neues kennenzulernen und Altes zu vertiefen.

Ich will hier niemanden missionieren. Wer nicht an Gott glaubt, könnte sich schlicht Zeit zur Stille reservieren und die Weichen für kommende Tage stellen. Ich finde, dazu eignet sich der langsame Sonntag gut, einen Tag, bevor die Zeit wie ein Schnellzug durchs Leben rast.

Schon wieder habe ich etwas gemogelt. Die Frage war ja nicht, wie ich mir einen Sonntagmorgen vorstelle und warum, sondern wie mein Sonntagmorgen verläuft. Ich denke, alle drei Fragen beantwortet zu haben, schadet keinem.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

Abkühlung gefällig?

Tag 12: Abkühlung gefällig? Wie wäre es mit einem erfrischenden Zitat?

Vielleicht aus einer Dusch- oder Badeszene? Aus einer Schwimmszene oder einer Stelle in deinem Manuskript, an der deine Protagonisten ein kühles Bier genießen?

Liebe LeserInnen,

heute habe ich etwas gemogelt, denn die Duschszene, die ich mit euch teile, findet im Winter statt und dient nicht der Erfrischung. Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich sie poste. Passt ja auch zum aktuellen Wetter. Man könnte zur Zeit beinhahe die Heizung einschalten.

Die Szene, aus der ich zitiere, ist aus Sicht Dianas geschildert, der weiblichen Protagonistin meines Romanprojektes:

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»Gedankenverloren gehe ich ins Bad und stelle mich unter die heiße Dusche. Ich habe das Gefühl, dass in meinem Herz ein Eisklotz liegt, der sich ausdehnt, um Adern wie Flussarme zufrieren zu lassen. Die Kälte kehrt jeden Tag zu mir Zurück. Als ich nackt auf die Straße lief und einbrach, gefror mehr als nur der Körper. Vielleicht besteht meine Lebensaufgabe darin, das Eis in mir regelmäßig aufzutauen, wie Ströme, die nach einem langen Winter vom Frühling zum Leben erweckt werden müssen. Wären da nur nicht die Wassermassen, die über die Ufer treten und mich überfordern.

Ich schüttele mich, denn ich will den Moment wahrnehmen, ohne an die Zukunft zu denken.

Als das lauwarme Wasser die empfindsame Hülle hinunter perlt, spüre ich, wie das Eis schmilzt und sich in Wärme verwandelt. Ich merke, wie warm das Blut durch den Körper rauscht. Unter der Haut kribbelt es behaglich. Mir kommt Silbermonds Lied »Leichtes Gepäck« in den Sinn. Ich summe es erst, dann beginne ich zu singen. Ich kenne es auswendig. »Du nimmst allen Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.«

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian