Deine Lieblingsbuchhandlung

Tag 09: Stell uns doch mal deine Lieblingsbuchhandlung vor!

Liebe LeserInnen,

diese Frage hat mir ein wenig Bauchschmerzen bereitet. Wie kann ein so harmloses Thema solch eine Wirkung verursachen?

Nun, ich habe nicht das Privileg eines Normalverdieners oder Bestsellerautors, die Bücher, die ich lesen will, in einer Buchhandlung zu kaufen. Manchmal kaufe ich mir in Buchläden Lesestoff. Wenn ich diese Absicht verfolge, halte ich mich mitunter bis zu zwei Stunden in so einem Geschäft auf und genieße es, in fremde Welten einzutauchen, um letztendlich eine Auswahl zu treffen. Das letzte Buch, das ich mir in einem Buchladen kaufte, war ein Gedankentagebuch. Schon verrückt. Ich stöberte über eine Stunde in interessanten Büchern, um mir ein leeres Buch zu kaufen, das ich selber füllen muss.

Ich liebe es, in den Werken zu blättern, frisch gedrucktes Papier zu riechen und die Zeit zu vergessen.

Es ist für mich etwas unbefriedigend, die Geschäfte regelmäßig aufzusuchen, da ich dem Wunsch widerstehen müsste, mir Lektüre kaufen zu wollen, ähnlich wie ein Sportschwimmer widerstehen müsste, der das Freibad benutzen, aber keine Bahnen ziehen darf.

Das ist meine ehrliche und umfangreiche Erklärung, warum es keine Buchhandlung gibt, die ich bevorzuge.

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Um meinen Wissensdurst zu stillen, suche ich die Stadt- oder Unibücherei auf, und greife auf den digitalen Anbieter Skoobe zurück. Für eine günstige Flatrate kann ich monatlich soviel lesen, wie ich will, und auf ein riesiges Sortiment zugreifen, in dem es auch zahlreiche Neuerscheinungen gibt.

Ja, zugegeben, das bereitet mir Kummer, weil mir bewusst ist, dass Unternehmen wie Amazon und Skoobe den Einzelhandel und den deutschen Buchmarkt bedrohen.

Ich bin der Auffassung, dass die gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Verantwortung im Verhältnis zum finanziellen Budget steigt, deswegen kann ich mein Konsumverhalten vor mir rechtfertigen, obwohl ein Bedauern zurückbleibt. Das ist aber gut so, denn die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen, das wollte ich auch nicht.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

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