Der Schatten des Windes

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Kennst du das Gefühl, dass dir ein Kribbeln durch den Körper fährt, nachdem du ein Buch aufgeschlagen hast und etwas Magisches geschieht? Etwas, das du dir nicht so recht erklären kannst? Das Buch und du gehen eine Bindung ein. Die Gedanken des Autors vermischen sich mit deinen eigenen – und entlocken dir den staunenden Blick eines Kindes, für das die Welt eine Bühne voller Zauberer ist.

So geht es mir bei dem Buch »Der Schatten des Windes« von Carlos Ruiz Zafón.

Ein elfjähriger Junge wird von seinem Vater an einen geheimen Ort geführt: Den Friedhof der vergessenen Bücher, eine gigantische Bibliothek, in der Bücher mit viel Liebe aufbewahrt werden, die in Vergessenheit geraten sind. Der Vater lehrt seinen Sohn, dass jedes Buch eine Seele habe, die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen, erlebt und von ihm geträumt haben. Jedes Mal, wenn jemand seinen Blick über die Seiten gleiten ließe, wüchse sein Geist und würde stark.

Jedes Buch an diesem mystischen Ort sei mal jemandes bester Freund gewesen, und nun ginge es den Aufsehern darum, für die Bücher neue Besitzer zu finden.

Der elfjährige Daniel dürfe niemandem von der Bibliothek berichten, und sei nun verpflichtet, sich ein Buch aus den Räumen auszusuchen. Er müsse sich gut darum kümmern.

Das Buch, das Daniel auswählt, stammt von einem kaum bekannten Schriftsteller, über den es schwer ist, etwas herauszufinden. Und doch ist es dieses Buch, das Daniels Leben verändert.

Der Funken ist übergesprungen und hat gezündet. Ich höre das Hörbuch, gelesen von Uwe Teschner, der wunderbar liest, und mich mit dem Entdeckergeist eines Kindes lauschen lässt.

Ich bin mit dem Hören zwar noch nicht weit, wollte meine Begeisterung aber unbedingt mit dir teilen.

Wie bezaubernd wäre die Bücherwelt, wenn wir in Büchern Seelen vermuten würden? Wie würdest du dann mit Büchern umgehen? Würdest du Autoren anders behandeln, über die du früher die Nase gerümpft hast?

Magst du mir auch von der magischen Begegnung mit einem Buch erzählen?

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