Interview mit Autorin Claudia Gogolin

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Liebe Leserinnen und Leser,

heute möchte ich euch einen besonderen Interviewgast vorstellen: Claudia Gogolin.

Sie ist Quatschkopf, liebenswerte Chaotin und verwandelt Betonwüsten in flauschige Löwenzahndecken. Ihr innigster Wunsch ist es Farbe in unsere graue Welt zu sprühen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie zu ihren Kindergeschichten eigene Zeichnungen anfertigt. Sie ist nicht nur Fantasy- und Kinderbuchautorin, seit einem Jahr ist sie mir Schreibbuddy und gute Freundin zugleich.

Ich hatte die Ehre, sie bei Korrekturen ihres neuesten Buches »Lana Minzeblatt – Die kleine Zottelelfe aus dem Kräutergarten« zu unterstützen.

Nun ist es allerhöchste Zeit, dass ich sie mit euch bekannt mache:

Liebe Claudia, wann bist du auf die Idee gekommen Geschichten zu schreiben?

Hey Butterblumenkönig! Erst mal danke, dass ich hier sein darf. Ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse, dass ich deinen Undercovernamen verraten habe. Was es mit dem Namen auf sich hat, darfst du gerne ein anderes Mal den Lesern erklären. Nun stelle ich dir zuerst eine Gegenfrage. Wann hast du begonnen zu atmen?

Jeder Mensch wird mit einer Gabe geboren. Manch einer kann super tanzen oder singen. Ich kann nicht singen und tanzen, also, das lassen wir mal lieber. Dafür kann ich Geschichten erzählen. Ich schenke der Welt aufgeschriebene Träume. Träume, die in andere Welten entführen, zum Nachdenken anregen oder ein Lächeln schenken. Es gibt viele Geschichten, die erzählt werden möchten. Große, kleine, laute, leise Geschichten, die zu Tränen rühren und welche, die Mut machen.

Worum ging es in deiner ersten Erzählung?

Dein Ernst? Oh Gott, das ist schon so lange her. Meine erste richtige Geschichte war eine Horrorgeschichte, in der eine Hand aus dem Klo kroch und den Professor in die Tiefe ziehen wollte (Kreisch, bei dem Gedanken liege ich immer noch auf den Boden und krümm mich vor lachen.) Wäre bestimmt witzig, diese wieder rauszukramen und neu zu verarbeiten.

Wie würdest du einem Lesemuffel Bücher schmackhaft machen?

In dem ich Erdbeerduft reinsprühe. Nee im Ernst, ich denke, man muss den Menschen etwas Wertvolles schenken. Für mich bedeutet das Zeit und Reisen. Das Leben wird immer schneller und teurer. Was gäbe es da Besseres, als eine spannende Reise in fremde Welten? Zudem wollen die Leser animiert werden. Sie möchten aktiv in den Abenteuern mitwirken. Zumindest glaube ich das. Ich baue gern Leseraktivitäten in meine Bücher ein.

Was sind deine drei Lieblingsbücher?

Oh das wird schwer. Ich habe einige Lieblingsbücher. Ich muss mich wirklich auf Drei beschränken?

Na dann, spitzt die Ohren.

1. »Werde verrückt« von Veit Lindau

2. »Wie Monde so silbern« (ich liebe diesen Fantasy)

3. »Entfessle deine Kreativität« von Pam Grout

4. »Wer hat mir auf den Kopf gekackt« (oh gemacht muss das heißen ha, ha)

Was ist für dich die wichtigste Botschaft, die du als Autorin in die Welt tragen möchtest?

Muss es immer eine Botschaft sein? Darf man nicht einfach unterhalten und kleine Auszeiten schenken? Hey, nehmt das Leben nicht so ernst! Seid glücklich und freut euch!

Welches Buch würdest du dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Lesen vor die Nase setzen? Begründe bitte deine Antwort.

Das ist eine sehr gute Frage. Aber auch eine gemeine. Als Person der Öffentlichkeit sollte man eigentlich nicht über Politik reden. Wer weiß, nachher stehen bei einer falschen Antwort Männer in schwarzen Anzügen vor der Tür. Das könnte gefährlich werden. Auf der anderen Seite, was ist das Leben ohne Risiko? Genau, grau und fad.

Hier kommt meine Antwort. Ich würde dem Präsidenten der Vereinigten Staaten den »Dalai Lama« zum Lesen geben.

Wenn du in einer Stadt leben würdest, in der das Schreiben verboten wäre, es kein Papier und keine Stifte geben würde, sondern nur ein Stück Kreide in deiner Hosentasche und eine Mauer mit Platz für 100 Wörter: Was würdest du auf die Backsteine schreiben?

Wenn das Schreiben verboten wäre, könnten die Bewohner die Nachricht dann überhaupt lesen? Ich glaube, ich würde Löwenzähne auf die Mauer zeichnen und nur ein einziges Wort schreiben. Dieses lautet: Träumt!

Als Symbol, dass alles möglich ist. Man darf nur nicht aufgeben.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Kindergeschichten zu schreiben?

Das hat sich einfach so ergeben. Mit Liebesromanen kann ich nicht wirklich was anfangen und ich bin selbst ein Kindskopf. Da liegt es doch sehr nahe, irgendwann eine Kindergeschichte zu schreiben. Außerdem sind die Kinder von heute die Erwachsenen von morgen. Es ist unsere Pflicht, ihnen Träume und Geschichten zu schenken. Sie brauchen diese, um sich zu entfalten und zu erblühen. Schließlich wollen wir in der Zukunft keine stumpfsinnige Masse. Sondern leuchtende, kreative und glückliche Menschen. Kinder brauchen Geschichten für die Seele. Sie vermitteln ihnen Nähe und Geborgenheit. Sie schenken ihnen Zeit. Ein viel zu selten gewordenes Gut in dem heutigen stressüberladenen Alltag.

Fass bitte mit wenigen Sätzen zusammen, worum es in deinem Kinderbuch »Lana Minzeblatt und die kleine Zottelelfe aus dem Kräutergarten« geht.

Es geht um Freundschaft, Familie und Mut. Es geht darum, sich sein eigenes Bild zu machen, ohne sich der Versuchung von Vorurteilen hinzugeben.

»Lana Minzeblatt« ist ein besonderes Abenteuer – direkt vor unserer Haustür.

An welchem Buchprojekt arbeitest du zur Zeit?

An ganz, ganz vielen. Die Überarbeitung von Lucy. Und einem Fantasyroman, Kinderbücher dürfen natürlich auch nicht auf der Strecke bleiben. Und ich arbeite mit einem lieben Freund an einem Geheimprojekt über das Glücklichsein.

Worin besteht das Geheimnis deiner Kreativität?

Ich versuche, jeden Tag als etwas Besonderes zu sehen und die Welt bunt zu färben. Dazu gehört es, Neues auszuprobieren, in die Natur zu gehen und in Pfützen zu springen.

Hauptsache nicht langweilig. Und ja nicht in ein Schema der Allgemeinheit pressen lassen.

Wie würdest du einen schreibfaulen Partyhengst davon überzeugen, eine kleine Geschichte zu verfassen?

Ich würde ihm eine Sprachapp aufnötigen und sagen: »Sprich!« Nein, quatsch. Man müsste ihm einen Anreiz bieten. Vielleicht würde ich ihn eine Geschichte über eine mega Party erzählen lassen, mit dem Anreiz, diese danach Wirklichkeit werden zu lassen. Mit einer Bedingung. Die Geschichte darf alles sein, nur nicht langweilig. Ich würde ihn anhalten, mit geschlossenen Augen »Sex on the beach« zu trinken und zu beschreiben, wie es sich auf der Zunge anfühlt. Welche Bilder er bei dem Namen sieht. Wie der Drink riecht und und und. Beim Schreiben ist es wichtig, alle Sinne einzusetzen. Möchtest du über Monster schreiben, musst du die Angst spüren. Schreibst du über einen Geheimagenten, zieh dich an wie einer und laufe durch die Stadt. Bist du ein Superheld, springe aus dem Flugzeug. Versteht ihr, was ich meine? Man kann nur über das schreiben, was man fühlt und nachvollziehen kann.

Welche Frage wünschst du dir sehnlichst in einem Interview gestellt zu bekommen?

Ach das ist einfach. »Möchtest du zu einer Wohnzimmerlesung zu mir kommen?«

Klar möchte ich das;)

Vielen Dank für das inspirierende und spannende Interview!

Ich habe zu danken. Zum Abschluss habe ich noch eine kleine Aufgabe für euch. Nehmt ein Blatt Papier. Es sollte ein besonderes sein. Vielleicht aus Leinen oder ein handgeschöpftes. Dann schreibt einen Brief an euch selbst. Egal, wie. Schreibt zum Beispiel, was ihr fühlt. Wofür ihr dankbar seid. Oder was ihr euch wünscht. Schreibt etwas Tolles über euch. Das ist wirklich wichtig. Der Brief muss positiv sein. Schreibt, was ihr an euch mögt und liebt. Worauf ihr stolz seid. Und dann gebt ihn einer euch vertrauten Person. Diese soll ihn genau ein Jahr später an euch abschicken.

Ihr werdet erstaunt sein, wenn ihr ihn wieder in der Hand halten werdet. Es ist ein tolles Gefühl. Es ist ein kleines Stück vom Glück.

30|Wenn ihr Interesse habt, eure Kinder oder die eurer Freunde mit Lana zu infizieren, könnt ihr das Buch über den CHERRYTEA VERLAG oder AMAZON beziehen.

Von jedem Buchverkauf werden 1,50 Euro für krebskranke Kinder gespendet.

In “Lana Minzeblatt – Die kleine Zottelelfe aus dem Kräutergarten” fehlt es nicht an Überraschungen. Es gibt Mitmachaufgaben, und alle Kinder, die Limonade lieben, kommen auf ihre Kosten. Denn Claudia hat das Buch mit etwas Besonderem abgerundet: Mit dem Rezept »Lanas Kräuterlimonade für Zottelelfenpower«.

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Auffällig sind in dem Buch neben der berührenden Geschichte die liebenswürdigen Zeichnungen der Illustratorin Katharina Sato.

Claudia ist auch begabt darin zu zeichnen und hat für das Buch zwei Bilder angefertigt, die ich euch gerne zeigen möchte:

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Schreibt, lest und träumt schön! (Und wenn ihr euch in einen Kräutergarten träumt, wisst ihr, was ihr zu tun habt, nachdem ihr wachgeworden seid ;-))

Euer Sebastian

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