Meilensteine

Da ich im Moment schlecht schlafe, nutze ich das manchmal kreativ. Eigentlich war ich dabei, einen Artikel für meine Webseite zu schreiben. Wie durch Blumen am Wegerand fühlte ich mich zu einem Gedicht inspiriert. Diese Blumen kommen in diesem auch vor.

Mein Gedicht hat nicht den Anspruch, nach objektiven Maßstäben gut zu sein. Es enthält nichts zu Persönliches, aber dennoch einige Gedanken, die ich gerne mit euch teilen möchte. Vergebt dafür bitte keine Schulnoten, es würde durchfallen.

Ich teile diesen Poetry-Text nicht mit euch, um ein Glanzlicht der Poesie zu präsentieren (dazu ist es zu unausgegoren), sondern, weil ich gerne mit euch Leserinnen und Lesern meine Gedanken teilen möchte.

So, genug gequatscht, hier mein Produkt ungehobelter Poesie: Nahezu unbearbeitet und authentisch:

Meilensteine

Kennst du das?
Du gehst auf eine Reise,
du bedauerst,
denn du bist alleine?

Du denkst die ganze Zeit an Ziele,
die du erreichen willst,
weil du anerkannt werden möchtest,
dabei bist du es, der sie killt,
kurz nachdem du sie erreicht hast.

Und warum?

Weil du dich nicht nach dem Warum fragst,
und dir das Ziel wichtiger ist als die Reise,
inmitten unserer extrovertierten Gesellschaft,
postest du Reisefotos im Netz auf laute Weise,
aber du willst ankommen und dich liken lassen,
auf den Bildern wirst du nie vergreisen,
aber dein Innerstes verlernt, Glück zu wahren.
Was du glaubst, was du brauchst?
Fremde Gedanken, die um dich kreisen,
die dich bestätigen,
sich aber weder als Falsch und richtig erweisen,
denn nur du selber kannst das wissen.

Schaue auf deine Innenbild-Kamera,
für sie brauchst du keine erhobenen Daumen,
freue dich im Hier und jetzt,
Dann legt es sich als Glück zu dir in den Gaumen,

und wenn du das tust,
freust du dich über deine Reise mehr als über das Ziel,
dann kommst du vielleicht nie an,
und entdeckst die Reise als Ventil,
für das Warum zu leben,
statt für das Wofür,
nach dem Sein zu streben,
dann öffnet sich auch eine Tür.

Warum sollst du reisen,
wenn du nicht weißt, wohin?
Nachher fragst du dich:
Was macht das für einen Sinn?

Wie Steve Jobbs einst sagte,
die Punkte im Nachhinein zu verbinden,
darauf kommt es an,
denn jede gute Geschichte lässt uns an sie binden,
in der der Held mutig und aktiv,
beginnt, sein Leben neu zu erfinden
– ohne vorher zu wissen, wo er ankommt.

Ich behaupte zu sagen,
wenn er Blumen links und Rechts vom Wegerand pflückt,
kann ihn das mit Leichtigkeit durchs Leben tragen,
auch wenn aus dem Weg, ein Pfad,
oder aus dem Weg eine Straße wird,
macht der Held, doch etwas, was er mag,
überrascht uns mit ungeahnten Entdeckungen,
und das, Tag für Tag.
Ist er dann weniger glücklich
als ein Jogger beim Planungslauf,
ein Händler beim Wareneinkauf,
oder ein Familienmensch beim Weihnachtskauf?

Wenn unser Held doch diese Blumen am Straßenrand betrachtet,
verzückt von Blüten und Geruch,
und glücklich im Mondschein auf einer Wiese übernachtet,
und dann eine Begegnung in der Stille erfährt,
die seinem Leben eine verblüffende Wendung beschert,
die sich und seiner Nächsten Leben ehrt,
was ist daran dann verkehrt?

Bleibt diese Wendung aus,
war sein Mut es nicht dennoch wert?

Ich wäre gerne dieser Held, denn:

Mir ist die Reise wichtiger als das Ziel,
aber ich möchte hier was korrigieren,
ich möchte zwar nicht viel,
aber ich verstehe,
dass manchen das Ziel wichtiger ist,
und egal, wohin ich werde gehen,
ich respektiere auch die Planer unter den Menschen
und hoffe, dass sie mich auch verstehen.

Denn ein wenig von ihrer Struktur
bietet mir für meinen Weg leuchtende Meilensteine,
ähnlich wie ein Kompass oder eine Uhr,
komme ich zurecht – auch alleine.

Wie bei diesem Gedicht,
dass eine Mischung aus Ordnung und Chaos ist,
es bleibt ein Text, den man wie Posts und Likes vergisst,
aber auch ein Text, der meine Gedanken hisst.
Wie eine Leuchtspur der Reflexion,
sind sie wenn nicht für dich, für mich eine Station
und keine Endstation,
zugleich eine Ration,
die mich da nährt, wo ich wohn.

Ich liebe das Leben und meine Reise,
mal auf die eine,
mal auf die andere Weise,
mal rückt die Reise in meinen Fokus,
mal post ich laut, mal leise,
mal trete ich das Ziel in den Lokus,

und dann trete ich zurück und denke:

Ankommen möchte ich aber auch,
irgendwann.

(Sebastian Domke)