Abkühlung gefällig?

Tag 12: Abkühlung gefällig? Wie wäre es mit einem erfrischenden Zitat?

Vielleicht aus einer Dusch- oder Badeszene? Aus einer Schwimmszene oder einer Stelle in deinem Manuskript, an der deine Protagonisten ein kühles Bier genießen?

Liebe LeserInnen,

heute habe ich etwas gemogelt, denn die Duschszene, die ich mit euch teile, findet im Winter statt und dient nicht der Erfrischung. Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich sie poste. Passt ja auch zum aktuellen Wetter. Man könnte zur Zeit beinhahe die Heizung einschalten.

Die Szene, aus der ich zitiere, ist aus Sicht Dianas geschildert, der weiblichen Protagonistin meines Romanprojektes:

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»Gedankenverloren gehe ich ins Bad und stelle mich unter die heiße Dusche. Ich habe das Gefühl, dass in meinem Herz ein Eisklotz liegt, der sich ausdehnt, um Adern wie Flussarme zufrieren zu lassen. Die Kälte kehrt jeden Tag zu mir Zurück. Als ich nackt auf die Straße lief und einbrach, gefror mehr als nur der Körper. Vielleicht besteht meine Lebensaufgabe darin, das Eis in mir regelmäßig aufzutauen, wie Ströme, die nach einem langen Winter vom Frühling zum Leben erweckt werden müssen. Wären da nur nicht die Wassermassen, die über die Ufer treten und mich überfordern.

Ich schüttele mich, denn ich will den Moment wahrnehmen, ohne an die Zukunft zu denken.

Als das lauwarme Wasser die empfindsame Hülle hinunter perlt, spüre ich, wie das Eis schmilzt und sich in Wärme verwandelt. Ich merke, wie warm das Blut durch den Körper rauscht. Unter der Haut kribbelt es behaglich. Mir kommt Silbermonds Lied »Leichtes Gepäck« in den Sinn. Ich summe es erst, dann beginne ich zu singen. Ich kenne es auswendig. »Du nimmst allen Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.«

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

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