Reframing

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Liebe LeserInnen,
 
»Reframing« ist ein Begriff aus der Psychologie, der mich zu einem Gedicht inspiriert hat, dass ich euch als Geleit mitgeben möchte:
 
 
 
 
 
Düstere Wolken lassen es über dir regnen,
verdunkeln all das,
was du siehst.
 
Etwas Unsichbares presst dich
in eine Welt
aus Dunkelheit.
 
Du breitest deine Arme aus
und ertastest einen Rahmen,
der die Größe
deiner Welt
bestimmt.
 
Gebeugt von der
immer enger werdenden
Begrenzung
drückst du dich ihr
mit Kampfeswillen
entgegen
und plötzlich
veränderst du etwas,,
siehst Vogelschwärme
und klaren Himmel,
dort,
wo eine schwarze Umrandung
das Antlitz der Sonne
verborgen hatte.
 
Je weiter du den Rahmen nach außen schiebst,
desto vielfältiger und bunter
leuchtet dein Leben
und das,
was du darin
siehst,
denkst und
fühlst.
 
Dankbarkeit.
 
©Sebastian Domke 2018
 
Beim Reframing geht es darum, Erinnerungen an Erlebnisse zwar nicht zu verändern, aber dafür anders zu bewerten.
Ich nenne jetzt mal ein unverfängliches Beispiel:
Im letzten Sommer funktionierte plötzlich mein Notebock nicht mehr. Alle Texte, an denen ich arbeitete, waren darauf gespeichert.
Ich hätte mich stunden-, tage- oder eine Woche darüber aufregen können.
Stattdessen erkannte ich die Chance, das Schreiben mit der Hand wiederzuentdecken, so entstand unter dem Kirschbaum im Garten, angelehnt an den Baumstamm, eine Szene von »Mondscheintanz«, meinem Romanprojekt.
Mein Kopf wurde freier und ich besann mich auf das Wesentliche.
Eine durchweg positive Erfahrung.
Aber nur, weil ich meinen Rahmen mit den Blick auf positive Bewertungen eines negativen Ereignisses erweitert habe.
Natürlich gelingt mir das nicht immer, und ich weiß, dass es schlimme Ereignisse gibt, die man erstmal überhaupt nicht beschönigen kann. Oft genug war ich selbst in negativen Gedankenspiralen gefangen, um das zu wissen.
Aber allein die Möglichkeit, nach postiven Aspekten Ausschau zu halten, kann helfen, etwas zu verändern. Und ich habe das Gefühl, dass Reframing erlernbar ist (auf mich warten noch unzählige Stunden auf der Übungsmatte).
 
Lest, schreibt und träumt schön!
 
Euer Sebastian

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