Wechselwirkung von Sport und Humor

Gerade erhielt ich von einem Freund über WhatsApp die Nachricht:

»Wie geht es dir?« Auch wenn ich sonst kein Problem habe, auf diese Frage zu antworten, war meine heutige Reaktion ein besonderer Genuss:
»Ganz gut, ich habe gerade Zirkeltraining gemacht und fühle mich nun richtig fit.« Da erlebe ich in den letzten Monaten, dass meine Hosen enger werden, ja sogar ein Knopf abspringt (siehe: www.tintenkuenstler.de/schattenseiten-der-bewegungsarmut-eines-Autors), ich muss mir von meinen Freunden anhören, dass ich immer mehr zugenommen habe, ein Freund sagte mir neulich, dass ich bald ein Doppelkinn bekomme (die bemerkte Halsschwellung fußt zum Glück auf einer Entzündung im Rachen, die mitsamt meines Froschkinns zum Glück dabei ist, wieder zu verschwinden), und dann kann ich diesen Satz vom Stapel lassen:
»Ganz gut, ich habe gerade Zirkeltraining gemacht …« Dabei fühlte ich mich wie jemand, der vom Arzt vor zwei Wochen ein Fitness-Alter von 72 zugewiesen bekommen und nun einer Elite-Truppe der Polizei beim Zirkeltraining gezeigt hat, wo der Hammer hängt.
Na ja, um ehrlich zu sein, hielt dieser Moment des Übermutes nicht sehr lange an. Allmählich wurde mir bewusst, dass ich die Hälfte der Übungen für zu Hause – man braucht nur einen Stuhl, eine Wand und natürlich den Boden, der standardmäßig in Mietswohnungen vorhanden ist – vorzeitig abbrechen musste.
Es bleiben jedoch positive Effekte:

  • Immerhin habe ich zum ersten Mal seit meiner Bundeswehrzeit Zirkeltraining absolviert, und es hat sogar Spaß gemacht.
  • Ich erlebte eine gewisse Effizienz, denn in sehr kurzer Zeit lief mein Kreislauf auf Hochtouren und mein Herz schlug kräftig wie Big Ben (die größte Glocke im Londoner Elizabeth Tower). Eine ähnliche Wirkung verspüre ich, wenn ich Bier trinke (was sehr selten passiert), denn nach einer Flasche alkoholfreiem Bier befinde ich mich durch die geringfügige Menge an Prozenten (in alkoholfreiem Bier sind zwischen 0,02 und 0,5 Prozent Alkohol enthalten) bereits in einem Zustand von beschwingter Heiterkeit.
  • Für einige Minuten fühlte ich mich wie ein Fitnessguru, während Glückshormone meinen Körper duchfluteten.
  • Die Erkenntnis, dass ich über so etwas wie körperliches Wachstumspotential verfüge, motiviert mich, mir auch im physiologischen Bereich Ziele zu setzen.
    Ich konnte nach dem Training so über meine mangelnde Fitness lachen, dass ich nicht weiß, was mich mehr beflügelt: Die Wirkung sportlicher Betätigung, oder die Tatsache, dass ich mich so gut über mich selbst amüsieren konnte.

Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme, ist, dass es seine Vorteile hat, dass ich über mich selbst lachen kann.
Außerdem lohnt es sich für mich, weiterhin Sport zu treiben, damit ich noch lange die Ideen, die Energie und Fitness zum Schreiben besitze und irgendwann als tattriger Opa über die sportliche Form verfüge, mit meinen Fingern wie ein Tornado über die Tasten fegen zu können – bis die Tastatur Funken schlägt.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende!

Viele Grüße

Ihr Sebastian Domke

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