Wo schreibst du am liebsten, wenn es draussen regnet?

Autorenwahnsinn

Sommerlochedition Tag 17

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Liebe LeserInnen,

bei Regen schreibe ich am liebsten in meiner Wohnung, dabei variiere ich zwischen Wohnzimmer, Küche und Arbeitszimmer. Zur Zeit ziehe ich das großräumige Wohnzimmer vor. Wie als Bestätigung höre ich, wie der Regen die Luft wäscht, begleitet von Benjamin Richters neuem Album »Memory Lane«.

Die Zeit, die der Regen vom Himmel bis zum Asphalt braucht, ist die Zeit, in der Gedanken durch den Kopf rauschen, Gedanken, die wir in den meisten Fällen vergessen haben, bevor die Erde getrocknet ist. Gedanken, die uns wie Regentropfen beträufeln und an uns herunterperlen. Wir spüren, dass uns etwas benetzt hat, wir wissen aber nicht, wo.

Wenn die Wolkendecke aufklafft und Sonnenstrahlen die Flüssigkeit von den Straßen wischt, beginnen wir, den Niederschlag zu vergessen.

Wir vergessen, was wir erfahren und was uns verändert hat.

Vielleicht bleibt ein Tropfen auf dem Brillenglas zurück und ruft uns ins Bewusstsein, dass ein Regenerguss zwar flüchtig ist wie unser Leben auf diesem Planeten, dass in ihm aber die Formel von Wachstum, von Leben verborgen ist, so, wie wir das immer von unseren Gedanken erhofft haben.

Schreibt und lest schön!

Euer Sebastian

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