Mein neuer Arbeitskittel …

Mein neuer Arbeitskittel ist heute gekommen (Der Pullover stammt aus einer limitierten Teezily-Kampagne.) … Das Kleingedruckte möchte ich an dieser Stelle nicht verschweigen:

»Ich bin Autor und lebe in einer Fantasiewelt mit unrealistischen Erwartungen. Danke für das Verständnis.«44|

So wie Postboten jeden Tag als solche gekennzeichnet zuverlässig die Post in unsere Briefkästen befördern, so bin ich von nun an als Autor erkennbar, ein Zusteller bin ich in gewisser Weise ja, und ich hoffe, dass Sie meine Geschichten und meinen künftigen Roman auch in Zukunft lesen werden, und auf ihrem Briefkasten kein fett umrandeter Aufkleber »Bitte keine Romane und Kurzgeschichten einwerfen« pappt.

So wie manche aufgeregten Besteller auf den Briefträger zulaufen, um Auskunft zu bekommen, ob das ersehnte Paket gekommen ist, so dürfen Sie mich gerne über den Haufen rennen und mich fragen, ob ich eines meiner Werke dabei habe.

Mir wird gerade bewusst, dass das mit der verrückten Fantasiewelt und den unrealistischen Erwartungen sehr gut zu mir passt. 🙂

Und noch was wird mir klar.

Selbstironie befreit, und wenn man über sich selber schmunzeln kann, lebt es sich um einiges leichter.
Um es mit den Worten des Kabarettisten und Schauspielers Joachim Teege zu sagen:
“Selbstironie ist die Kunst, sich so durch den Kakao zu ziehen, dass er noch schmeckt.”
 

Das schaffe ich aus dem Stand …

Heute stieß ich auf einen interessanten Artikel von Richard Norden, in dem dieser darauf aufmerksam machte, dass es viel gesünder und effektiver sei, im Stehen als im Sitzen zu arbeiten.

Als gelernter Bürokaufmann streifte ich in der Berufsschule mal das Thema »Ergonomie am Arbeitsplatz«, damals lag das Hauptaugenmerk jedoch noch darauf, welche Voraussetzungen der Bürostuhl erfüllen und welche Höhe der Tisch haben musste, damit Mitarbeiter produktiv in ihrem Betrieb arbeiten konnten.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mein damaliger Chef gerne darauf hingewiesen hatte, dass es durchaus Sinn machte, den Drucker ein stückweit entfernt vom Schreibtisch zu platzieren, damit man am Tag oft genug von seinem komfortablen Stuhl aufstehen musste – mit dem Ergebnis, das man nicht so schnell verspannt und träge war wie nach acht Stunden ununterbrochener sitzender Tätigkeit.

Mein erster Gedanke nach dem Vorschlag von Herr Norden, Texte im Stehen zu schreiben, war: Das ist ja total verrückt!

Der zweite Gedanke war:

OK, ich bin als Autor ja auch ein wenig verrückt, dann kann ich es ja mal austesten.

Als ich mich in meinem Arbeitszimmer umsah, kam mir eine Idee: Da stand eine Kommode, auf der einige Pullover lagen. Kurzerhand befreite ich die Oberfläche und stellte zu meiner Zufriedenheit fest, dass die Höhe des Schranks optimal auf meine 1,95 m Körpergröße abgestimmt war.

Während ich diese Zeilen verfasse, stehe ich kerzengerade, als ob das Möbelstück eigens dafür gebaut worden war, dass ich in aufrechter Position Blogartikel, Kurzgeschichten und Romane ausarbeite.

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Ich sehe im Geiste das anerkennende Nicken meines früheren Vorgesetzten vor mir, das dieser aufsetzen würde, erzählte ich ihm von meiner zum Stehpult umfunktionierten Kommode.

Spätestens nachdem ich ihm mitteilte, dass mein Drucker von meiner Stelle nur eine Armbreite entfernt läge, würde sich auf seiner Stirn eine steile Furche bilden, und seine zustimmende Kopfbewegung würde einem vorwurfsvollen Blick weichen, der mich ernsthaft überlegen ließe, den Drucker lieber im Keller aufzustellen. Aber vielleicht würde er sagen: »Immerhin, so arbeiten Sie gesünder und erfolgreicher als zuvor.«

Ich glaube, er könnte damit recht haben; die Zeit vor meiner Kommode kommt mir außerdem weitaus spannender vor, als früher meine Wache vor dem Kasernentor, bei der meine Abwechslungen darin bestanden, diverse Truppenausweise zu kontrollieren, oder im Geiste das Lied »Vor der Kaserne, vor dem großen Tor, steht eine Laterne …« zu summen, und mich dabei immer wieder zu vergewissern, dass die Laterne immer noch ihren Platz einnimmt.

Ebenso befremdlich, wie, dass Wachsoldaten zur Erholung einen Stuhl zur Verfügung gestellt bekommen, erscheint es, dass Schüler ihre Klausuren in Zukunft stehend, und Verwaltungsangestellte ihre Geschäftsbriefe auf einer Kanzel schreiben.

Aber es gab schon verrücktere Ideen, die heute zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

Wer hätte etwa vor 100 Jahren wohl gedacht, dass man innerhalb eines Sekundenbruchteils mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren kann? Und, dass dies sogar für den Otto-Normal-Verbraucher umsetzbar ist?

In unserem Zeitalter des technischen Fortschritts haben wir uns alle gemütlich vor den Flachbildschirmen niedergelassen und dabei vergessen, dass unser Körper eben kein Computer ist, der sich passiv dank automatischer Updates neuen Begebenheiten anpasst.

Die Updates für unseren Körper können wir nur selber vornehmen, sie setzen u. a. Bewegung voraus.

Wer z. B. meine Beiträge zum Thema Selbsthilfe gelesen hat, der weiß, dass ich nicht moralisierend den Zeigefinger erheben, sondern nur Möglichkeiten vorstellen möchte, aus denen sich jeder so bedienen kann, wie er es mag.

Wer sich z. B. ausreichend sportlich betätigt und somit einen Ausgleich zum vielen Sitzen auf der Arbeit hat, der ist von den ungesunden Folgen des Bürostuhls sicherlich nicht sonderlich stark betroffen.

Ich habe darüber nachgedacht, dass ich noch einen oben drauf setzen könnte, in dem ich ein Laufband aufstelle und während des Laufens arbeite.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das zu viel des Guten wäre. In Momenten der Besinnung auf neue Ideen für meine Geschichten könnte ich zu laufen vergessen, mit der möglichen Konsequenz, dass mich das Band von den Füßen reißt und ich mir die Stirn auf meiner Tastatur blutig schlage.

Für Schriftsteller ist das Arbeiten im Stehen jedenfalls eine tolle Idee – sowie für den einen oder anderen, der eingefahrene Gleise verlassen möchte.

Wie mir gestern der Bus davonfuhr und ich deswegen zunahm

Gestern Nachmittag wollte ich noch schnell was einkaufen, um anschließend mit dem Bus nach Hause zu fahren.

Bei so einem herrlichen Wetter wäre es doch schön, ein Eis zu essen, dachte ich. Ich kaufe mir eine große Packung, esse ein Eis, den Rest nehme ich nach Hause und friere es wieder ein. Der Bus kommt ja in fünf Minuten.

Gesagt getan, etwas langsamer als es notwendig gewesen wäre, schlenderte ich zum Supermarkt und kaufte mir das Eis.

Soweit zu Teil 1 meines grandiosen Planes. 59|

Leider hatte ich zu viel getrödelt; die Schlange an der Kasse war zudem zu lang. Als ich mit meiner Eispackung das Geschäft verließ und ich an der Bushaltestelle ankam, stellte ich fest, das Teil 2 meines Vorhabens zum Scheitern verurteilt war, da der Bus seit fünf Minuten abgefahren war.

Mist, bei dem Frühlingswetter schmilzt das Eis in den nächsten 30 Minuten, fuhr es mir durch den Kopf.

Bevor Sie, liebe Leserinnen, liebe Leser, die nun folgende Handlung nachvollziehen, eine Erklärung vorweg:

Bitte wiederholen Sie das, was gleich folgt, nicht, ohne vorher Ihren Arzt konsultiert zu haben, und erzählen Sie bitte Ihren Kindern nichts davon.

Ich setzte mich also gemütlich auf eine Bank in der Nähe eines Brunnens, sog die angenehme Atmosphäre mit fröhlichen Menschen auf Sitzplätzen, spielenden Kindern und gurrenden Tauben, die Krümeln von Eiswaffeln hinterher eilten, in mich auf.

Ich liebe Eis – und ich genoss es, in dieser angenehmen Umgebung eins zu essen.

Da ich auf den nächsten Bus noch eine halbe Stunde warten musste und kein Gefrierfach in der Nähe war, aß ich ein Eis nach dem anderen, darunter auch eine Packung mit zehn Eis-Konfekt-Würfeln.

Auf der Bank schräg gegenüber saßen eine Frau und ein Mann, die ebenfalls Eis zu sich nahmen.

Der Mann betrachtete mich für einen Augenblick wie einen Wilden, der im Alleingang sämtliche Leckereien des Buffets eines Restaurants vertilgt.

Dieser Moment der Betrachtung war nur kurz, dauerte maximal zwei Sekunden, dann folgte der Beobachter dem Gesetz der Höflichkeit, und wandte seinen Blick von mir ab.

Auch wenn ich durch meine chillige Epoche gefühlte zwei Kilo zugenommen habe, hatte ich diese Zeit sehr genossen, indem ich die Eindrücke meiner Umgebung in mich aufnahm, Hörbuch hörte und beobachtete, wie die Blätter der umstehenden Bäume im Licht der Sonne leuchteten.

Wenn es nach mir ginge, könnte ich noch häufiger den Bus verpassen. Aber ich glaube, mein Hausarzt würde in diesem Fall rebellieren.

 

Gut eingetütet!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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mein erster Praktikumstag als Undercover-Agent war ganz schön aufregend. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich an dieser Stelle nicht verraten darf, für welches Dezernat ich tätig bin.
Mein Chef, der Hauptkommissar, lobte mich am Ende des Tages. Er sagte:
“Haste alles ganz toll eingetütet, Kollege!”
Recht hat er, denn so mancher Klein- und Großkriminelle konnte verhaftet werden und muss bald Tüten kleben.

Starten Sie gut in die nächste Woche, aber enttarnen Sie mich bitte nicht.
Das kommt nämlich überhaupt nicht in die Tüte!

Ihr Sebastian Domke

 

Zerbrochen

 

Liebe Leute,

Sascha und ich haben uns während einer seelischen Krise kennengelernt.
Sascha war mit 15 Jahren Sänger einer Band, hatte sein Hobby jedoch nach gesundheitlichen Schwierigkeiten 20 Jahre an den Nagel gehangen.
Ich leide an einer seelischen Erkrankung, wegen der ich die Belastung eines gewöhnlichen Berufes nicht bewältigen kann.
Im Haus am Schloss lernten wir beide, wieder aufzustehen, in dem wir unsere verschüttete Kreativität wieder freischaufelten. Auf diesem Weg wurden wir gute Freunde.
Nachdem Sascha eines meiner Gedichte gehört hatte, fragte er mich, ob ich nicht gemeinsam mit ihm einen Song entwickeln möchte.
Bei diesem Projekt begannen wir beide, unsere Gaben wiederzuentdecken:
Bei ihm war es die Musik, bei mir das Schreiben.
Sascha erfand eine schöne Melodie und die passenden Guitarrengriffe, ich schrieb einen Text, der dazu passte.
So entstand nach gemeinsamer Arbeit unser Lied “Zerbrochen”.
Bisher hatte Sascha den Song im kleinen Kreis vorgeführt.
Vor einigen Monaten lernten wir Hotte kennen, der selbst in einer Band spielt und bei einigen Proben Sascha mit der Guitarre begleitete.
Heute trugen Sascha und Hotte das Lied “Zerbrochen” zur Eröffnung einer Ausstellung vor.

Ich danke euch beiden für den tollen Auftritt.

Sascha und mir ist dies eine Erinnerung daran, wie sehr uns das gemeinsame Freilegen unserer Kreativität geholfen hat, wieder an uns zu glauben.

Wenn Sie den unten stehenden Link anklicken, gelangen Sie zu dem Video auf Facebook:

https://www.facebook.com/sebastian.domke.520/videos/1050986091601210/?l=3384498046217639433

Wechselwirkung von Sport und Humor

Gerade erhielt ich von einem Freund über WhatsApp die Nachricht:

»Wie geht es dir?« Auch wenn ich sonst kein Problem habe, auf diese Frage zu antworten, war meine heutige Reaktion ein besonderer Genuss:
»Ganz gut, ich habe gerade Zirkeltraining gemacht und fühle mich nun richtig fit.« Da erlebe ich in den letzten Monaten, dass meine Hosen enger werden, ja sogar ein Knopf abspringt (siehe: www.tintenkuenstler.de/schattenseiten-der-bewegungsarmut-eines-Autors), ich muss mir von meinen Freunden anhören, dass ich immer mehr zugenommen habe, ein Freund sagte mir neulich, dass ich bald ein Doppelkinn bekomme (die bemerkte Halsschwellung fußt zum Glück auf einer Entzündung im Rachen, die mitsamt meines Froschkinns zum Glück dabei ist, wieder zu verschwinden), und dann kann ich diesen Satz vom Stapel lassen:
»Ganz gut, ich habe gerade Zirkeltraining gemacht …« Dabei fühlte ich mich wie jemand, der vom Arzt vor zwei Wochen ein Fitness-Alter von 72 zugewiesen bekommen und nun einer Elite-Truppe der Polizei beim Zirkeltraining gezeigt hat, wo der Hammer hängt.
Na ja, um ehrlich zu sein, hielt dieser Moment des Übermutes nicht sehr lange an. Allmählich wurde mir bewusst, dass ich die Hälfte der Übungen für zu Hause – man braucht nur einen Stuhl, eine Wand und natürlich den Boden, der standardmäßig in Mietswohnungen vorhanden ist – vorzeitig abbrechen musste.
Es bleiben jedoch positive Effekte:

  • Immerhin habe ich zum ersten Mal seit meiner Bundeswehrzeit Zirkeltraining absolviert, und es hat sogar Spaß gemacht.
  • Ich erlebte eine gewisse Effizienz, denn in sehr kurzer Zeit lief mein Kreislauf auf Hochtouren und mein Herz schlug kräftig wie Big Ben (die größte Glocke im Londoner Elizabeth Tower). Eine ähnliche Wirkung verspüre ich, wenn ich Bier trinke (was sehr selten passiert), denn nach einer Flasche alkoholfreiem Bier befinde ich mich durch die geringfügige Menge an Prozenten (in alkoholfreiem Bier sind zwischen 0,02 und 0,5 Prozent Alkohol enthalten) bereits in einem Zustand von beschwingter Heiterkeit.
  • Für einige Minuten fühlte ich mich wie ein Fitnessguru, während Glückshormone meinen Körper duchfluteten.
  • Die Erkenntnis, dass ich über so etwas wie körperliches Wachstumspotential verfüge, motiviert mich, mir auch im physiologischen Bereich Ziele zu setzen.
    Ich konnte nach dem Training so über meine mangelnde Fitness lachen, dass ich nicht weiß, was mich mehr beflügelt: Die Wirkung sportlicher Betätigung, oder die Tatsache, dass ich mich so gut über mich selbst amüsieren konnte.

Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme, ist, dass es seine Vorteile hat, dass ich über mich selbst lachen kann.
Außerdem lohnt es sich für mich, weiterhin Sport zu treiben, damit ich noch lange die Ideen, die Energie und Fitness zum Schreiben besitze und irgendwann als tattriger Opa über die sportliche Form verfüge, mit meinen Fingern wie ein Tornado über die Tasten fegen zu können – bis die Tastatur Funken schlägt.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende!

Viele Grüße

Ihr Sebastian Domke

Quintessenz – oder: Was hat ein Schriftsteller mit einer Raupe gemeinsam?

Liebe Leserinnen und Leser, kennen Sie das? Sie haben Geburtstag und Sie lassen Vergangenes Revue passieren. Und dann passiert es: Aus Ihren Gedanken kristalliert sich der Kern Ihres Schaffens heraus? So ging es mir heute. Am  Geburtstagabend trank ich ein Glas Wein. Die Stimmung hob sich, dennoch plätscherte so mancher Gedanke in meinem Kopf wie ein kleiner Bach vor sich hin. Da ich nicht schlafen konnte, ließ ich das letzte Jahr auf mich wirken. Präsent waren mir insbesondere die letzten sechs Monate, die die Startbahn meines Autorendaseins darstellen. Vielleicht lag es an dem Glas Rotwein (ja, es war wirklich nur ein Glas), das folgende Frage an die Oberfläche schwemmte: „Was hat ein Schriftsteller mit einer Raupe gemeinsam?“ (Wenn Sie mich fragen möchten, um welchen Rotwein es sich dabei handelte, kann ich das nachvollziehen. Sicherlich wollen Sie es vermeiden, den gleichen Wein zu trinken. Wer möchte sich am Abend seines Geburtstages schon so eine Frage stellen? Nun, auch wenn es Sie überrascht, ich fand es äußerst spannend, mich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.) Nachdem ich eine Weile darüber sinnierte, hatte ich sie. Die Quintessenz: Was hat ein Schriftsteller mit einer Raupe gemeinsam? Ihre Rohfassungen sind für die Tonne, mit Geduld kann bei ihnen etwas Schönes entstehen, und bei ihrer Veröffentlichung bekommen beide das große Flattern! Warum diese Erkenntnis für mich so bedeutsam ist, dass ich sie hier niederschreibe? Ich liebe Schmetterlinge und die Metamorphose, die nicht nur bei diesen wunderbaren Faltern, sondern auch in jedem von uns möglich ist – so kann ein Vergleich zwischen einer Raupe und unserem menschlichen Wesen ebenfalls interessant sein. So, nun genug philosophiert. Als ich ein Jugendlicher war, fragte mich mein Großvater einmal: „Weißt du, warum die Philosophen Philosophen heißen?“ Ich schüttelte ratlos mit dem Kopf. „Weil sie viel sofen!“ Jetzt verstehe ich, was er damit gemeint hat. Ihnen allen wünsche ich einen schönen 15. April! Es soll der wärmste bisherige Tag des Jahres 2015 werden. Viele Grüße Ihr Sebastian Domke

Lektionen einer Ideensuche

Liebe Leserinnen und Leser,

einige Wochen schob ich verschiedene Ideen für die Fortsetzung von “Der letzte Abschied: Teil 2 – Bestimmung des Herzens” (www.amazon.de/dp/B00THNHD38) hin und her. Zufrieden war ich bis gestern mit keinem meiner bisherigen Einfälle. Gestern unterhielt ich mich mit einem Freund und erzählte ihm, dass ich dabei sei, die Vorbereitung für den letzten Teil zu treffen. Ich gestand ihm, bisher noch keine überzeugenen Fortsetzungsmöglichkeiten entwickelt zu haben. Dann begann ich: “Was wäre wenn Daniel Kleve….” Ich schilderte ihm in der Folge interessante Ideen, über die ich vorher überhaupt nicht nachgedacht hatte. Er fand sie spannend und interessant und ermutigte mich, ihnen weiter nachzugehen.

Kennen Sie das auch?
Nur dadurch, dass ein anderer zuhört, kommen Sie selbst auf die Lösungen von Problemen, die Sie bis dato nicht selbst lösen konnten? Nach dem Gespräch setzte ich mich an den PC und brainstormte über eine Stunde (in dieser Zeit kamen vielfältige neue Gedanken zur Welt, von denen ich vor dem Telefonat nicht zu träumen gewagt hätte.) Am Ende stand – grob skizziert – das Grundgerüst für Teil 3 meiner Trilogie.

Als ich die Handlungsideen heute Nachmittag meiner Frau vorstellte, spannte sie mich erst eine Weile auf die Folter, um mir dann zu sagen, dass sie die Ideen gut fand, sie aber für eine Kurzgeschichte zu komplex seien, der Stoff reiche für einen ganzen Roman. Als ich ihr erklärte, dass Teil 3 zwischen 40 und 60 Taschenbuchseiten lang wird und zusammen mit Teil 1 und 2 als Kurzroman erscheinen soll (Teil 3 wird auch separat als ebook veröffentlicht), war sie wieder guter Dinge – ein gutes Omen, wenn meiner Frau in der Vergangenheit meine Ideen gefielen, sind immer gute Geschichten entstanden. Wenn sie nach dem Lesen der Rohfassung Vorschläge zur Verbessserung gemacht hatte, gelang es mir oft, die Qualität der Erstfassungen noch deutlich zu steigern.
Was lerne ich daraus?
1. Meine Ehefrau hat ein sehr feines Gespür –
es lohnt sich, öfter auf sie zu hören 😉
2. Freunden zuzuhören ist ebenso wichtig, wie sie selbst zu Zuhörern zu machen.
3. Zuspruch und Gegenwart von nahestehenden Menschen fördern Lebensfreude und Inspiration.

Meditaton

Als meine Frau schwungvoll unsere Wohnungstür öffnet, erstarrt sie angesichts dessen, was sie vor sich sieht. Drei Meter von ihr entfernt verharre ich – mit geschlossenen Augen und in absoluter Ruhe.
Ich bin so sensibilisiert, dass ich den Lufthauch wahrnehme, der aus dem Treppenhaus hineingeströmt ist und mein Gesicht kaum merklich streift. Trotz der Tiefenentspannung realisiere ich mit geschärften Sinnen, was um mich herum passiert. Meine Frau ist in Anbetracht meiner Fortschritte, Meditation zu praktizieren, sicherlich überrascht.
Ich befinde mich in der gleichen Haltung wie vor einer Stunde, als ich meine Füße auf zwei weit auseinanderstehende Stühle stellte, um einen Spagatsitz einzunehmen. Dabei ist mein Rücken so gerade und meine Gesichtsmuskulatur so entspannt, dass Jean Claude van Damme gegen mich wie ein Hobbyturner mit Koordinationsproblemen wirken würde.
Konzentriert wie ich bin, bemerke ich an dem Atem meiner Frau, dass ihre Mundwinkel weit auseinander stehen. Da ich den Klang ihrer Schritte auf dem Boden noch gut in Erinnerung habe, kann ich die Entfernung recht genau bestimmen. Ja, ich weiß genau, wo sie sich befindet. Ich brauche die Augen nicht zu öffnen.
Ich greife zu der grauen Keramiktasse neben mir und entnehme eine Himbeere.
Mit einer präzisen Bewegung werfe ich sie zu meiner Frau, so dass sie – wie beabsichtigt – in ihrem offenen Mund landet.

Oben Beschriebenes hat sich natürlich nicht wirklich ereignet. Ich bin relativ unsportlich – und Meditation habe ich in den letzten Jahren kaum praktiziert – vielmehr handelt es sich um einen Tagtraum.
Da ich gerne innerlich ruhiger werden möchte, geisterte die Idee, mich mit meditativen Techniken auseinanderzusetzen, schon länger bei mir herum.
Als ich bei einer Verkaufsstelle gebrauchter Bücher für 0,50 EUR das Buch „Meditation für Dummies“ in tadellosem Zustand sah, dachte ich mir: Das ist die Gelegenheit.
Als ich das Buch aufschlug, las ich im Kapitel: „Was Meditation ist – und was nicht“ den Satz: „Setzen Sie sich einfach hin, seien Sie ruhig, richten Sie ihre Aufmerksamkeit nach innen und fokussieren Sie Ihren Geist. Das ist alles – wirklich!“
Wenn das alles ist, fragte ich mich, warum soll ich dann das ganze Buch lesen?
Mittlerweile habe ich erkannt, dass es vieles Wissenswerte rund um dieses Thema gibt und das Buch einen guten Überblick darüber zu geben scheint.
Ich bin froh, dass ich mir keine akrobatischen Fähigkeiten aneignen muss, um meditieren zu können.
Mein Tagtraum hat mich auf jeden Fall gut motiviert, mich mit dieser Thematik näher auseinanderzusetzen.

Ich wünsche Ihnen Gelassenheit und Kraft!

Ihr Sebastian Domke

Zeitreisen sind doch nicht möglich!

Liebe Leserinnen und Leser,

neulich hatte ich das Fußballspiel Bayern – Schachtar verfolgt. Bei dem Stand von 5:0 war ich eingeschlafen.  Als ich wach wurde, weiteten sich meine Augen, und ich begann, die Fassung zu verlieren. Es stand 2:0. War ich in der Zeit zurück gereist? Nach einem Blick auf die Uhr (Es muss so gegen 02:00 Uhr nachts gewesen sein) stellte ich fest, dass im Fernsehen die wiederholte Ausstrahlung des Spiels lief. Auch wenn der Moment des Staunens nur ein kurzer war, war es doch ein nettes Gefühl, in der Zeit zurück gereist zu sein;-)

Ihr Sebastian Domke