Schreibworkshops, Biografie und Peer-to-Peer-Coaching

Kreativ schreiben – ist das nur etwas für große Schriftsteller?
Ja! Denn jeder von uns hat eine spannende Geschichte zu erzählen, die es wert ist, gelesen zu werden. Wir alle sind bedeutende Autoren! Davon bin ich überzeugt.

Mit dem richtigen Ansatz und ein paar einfachen Methoden kann jede und jeder mit dem Schreiben beginnen. Jedoch fehlt oft noch die Kraft oder das Geschick, diesen Schatz zu heben. Selbstzweifel und Antriebslosigkeit hindern besonders Personen mit psychischen Erkrankungen daran, ihre Geschichte zu erzählen. Hinzu kommt oft ein soziales Umfeld, das sie ausgrenzt und stigmatisiert – und ihnen signalisiert, dass Ihre Geschichte es nicht wert ist, gehört zu werden.

Geschichten zu erzählen kann aber für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen ein bunter Weg sein, um Selbstwirksamkeit zu spüren und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Seien es kreative, fantastische Geschichten oder, biografische, refletktierende. Oft führt die eigene Schaffenskraft zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der eigenen Person, mit eigenen Stärken und Schwächen, mit Vorlieben und Abneigungen. Man lernt etwas über sich und geht achtsamer mit sich um – und kann so auch den eigenen Genesungsprozess unterstützen.
So wird das kreative Schreiben der Schlüssel zum besseren Verständnis der eigenen Seele.
Mit meiner Arbeit als Coach will ich besonders Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Beeinträchtigungen dabei helfen. Durch spielerische, leicht verständliche Übungen, in einem positiven Lernumfeld mit Gleichgesinnten werden Geschichten ausgedacht, weitergesponnen und schließlich zu Papier gebracht. Wichtig ist dabei die Praxis – der innere Kritiker wird auf stumm geschaltet.

Die Arbeit mit Menschen, die persönliche Krisen durchgemacht haben und wegen einer seelischen Beeinträchtigung oft mutlos am Rand der Gesellschaft stehen ist mir ein besonderes Anliegen – denn ich weiß, wie sie sich fühlen.
Als junger Erwachsener warf mich eine psychische Erkrankung aus der Bahn, als ich mit neunzehn Jahren zum ersten Mal an Schizophrenie erkrankte. Ich begegnete Unverständnis und Vorurteilen, erlebte, wie Menschen, die mir viel bedeuteten, sich von mir abkehrten.

Drei Jahre später kam der nächste Schub. Ich brach mein Studium ab, besuchte eine Rehabilitionseinrichtung und begann eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Ich erzielte gute Noten, hielt dem Leistungsdruck und der Belastung aber nicht stand, immer wieder brach ich erschöpft ein. Dennoch zwang ich mich, die Prüfung abzuschließen, denn ich wollte in dem Beruf arbeiten. Die Prüfung schaffte ich, nicht jedoch, in dem Beruf zu arbeiten. Die Schizophrenie hatte meine Belastbarkeit reduziert.

Rückblickend bin ich für diese Bremse dankbar. Denn die kaufmännische Karriere war der Traum anderer – und nie mein eigener gewesen.
Ich brauchte viel Zeit, um zu akzeptieren, dass ich nicht wie andere junge Menschen einen gewöhnlichen Beruf ausüben konnte.
Es kam zu Um- und Irrwegen.
Ich spielte Schach in einem Verein, gewann Turniere, trainierte Schüler und verlor mich in dem Spiel und seinen 64 Feldern, bis ich innerlich leer war. Ich traute mir danach kaum noch etwas zu, mein Tank war ausgeschöpft und es dauerte, bis ich begriff, dass der beste Treibstoff aus Träumen besteht, Träumen, die dem Leben anderer und meinem eigenen Sinn und Tiefe schenken.
Ich brauchte Jahre, um den Künstler in meiner Brust zu entfesseln, der sich so lange nach Freiheit gesehnt hatte, und ich brauchte weitere Jahre, um das Selbstvertrauen aufzubauen, mit dem ich mir neue Ziele setzte.

In den letzten fünf Jahren habe ich Schritt für Schritt zu meiner Berufung gefunden – als Autor Geschichten zu schreiben und anderen Betroffenen dabei zu helfen, jene Bestätigung und Erfolgserlebnisse zu spüren, die mir das kreative Schreiben gibt. Ich will Betroffene motivieren und aktiv werden lassen.
Neben meiner eigenen Schreibe entdeckte ich in der Zusammenarbeit mit einer befreundeten Autorin die Begabung, Geschichten anderer zu polieren und zur Geltung zur bringen.
Im letzten Jahr lektorierte ich zwei Kinderbücher und einen Roman. Ich bin nicht perfekt, aber ich lerne mit Freude jeden Tag dazu (Wie mein Schreibbuddy sagt, ist es perfekt, unperfekt zu sein, und sie hat absolut recht).

Das kreative Schreiben lehren können viele. Aber nur wenige erahnen, wie es sich anfühlt, psychisch krank zu sein, den Mut verloren zu haben und nicht weiter zu wissen. Was mein Peer-to-Peer-Coaching auszeichnet, ist mein Einfühlungsvermögen und mein Verständnis für die Menschen, die ich coache.
Das Schreiben hat mir die Türen für die Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen geöffnet, und ich begann, anderen Menschen zu helfen. Wenn ich nicht gerade an meinen Geschichten arbeite, bin ich als Blogger, Podcaster und Referent im Bereich von Kreativität, Gemeindepsychiatrie und Sozialarbeit tätig.
Ich möchte meine Erfahrungen in die Freude anderer verwandeln. Das ist mein Traum.
Unter https://soullala.de/den-inneren-kritiker-auf-stumm-schalten-unser-schreibworkshop-in-wiesbaden/ berichte ich von meinen bisherigen Workshop-Erfahrungen.
Sie wollen mehr über meine Arbeit als Coach erfahren? Dann schreiben Sie mir über das Kontaktformular dieser Webseite oder unter sebastian.domke@tintenkuenstler.de. Ich freue mich über Ihre Nachricht.

An wen richtet sich das Angebot?

  • Soziale und gemeindepsychiatrische Träger
  • Selbsthilfegruppen
  • Inklusive Projekte und Initiativen

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