Neue Welten

Liebe LeserInnen,

gestern fühlte ich mich inspiriert:

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In einem prophetischen Whatsapp-Beitrag las ich, dass Träger eines mit S beginnenden Vornamens eines Tages Urban-Poledance-Weltmeister werden.

Am sonnigen Freitagmorgen trainierte ich an einer Ersatzhaltestelle. Man sieht hier nur einen Teil des Körpers (meine Moves bleiben geheim;-)).

Zugegeben: Ich hatte mich umgesehen, um mich zu vergewissern, dass mich niemand bemerkt.

Nachmittags in einem Café schrieb ich über idyllische Erinnerungen meines Protagonisten (Figuren und Handlung sind frei erfunden) und abends bei einem Glas Wein im Garten wusste ich, dass ich lieber ein unbekannter Autor als Urban-Poledancer-Weltmeister bin: Die heilsamen Fantasiewelten, die sich beim Schreiben erschließen und die Entschleunigung dabei möchte ich nicht mehr missen.

Hier ein Teil der im Café entstandenen Szene:

Während Häuserblocks an den getönten Fenstern des Busses vorbeirauschen, offenbaren sich mir bittersüße Erinnerungen: Jeanette und ich streiften durch hohes grünes Gras, um Butterblumen zu sammeln. Das Gras wog sacht im Wind, Vögel sangen und Grillen zirpten. Den Korb mit Löwenzähnen zwischen uns, saßen wir still am Bachufer und beobachteten, wie der Himmel sich färbte. Wenn Janina uns dabei beobachtete, lächelte sie und schwieg. Manchmal waren wir in lauen Sommernächten dort und gaben einigen der zahllosen silbernen Sterne über uns freche und witzige Namen. Selbst im Übergang zwischen Sommer und Herbst zelteten und übernachteten wir mitunter auf unserem Grundstück. Am nächsten Morgen frühstückten wir genießerisch und erfreuten uns an den Tautropfen, die wie Juwele an Grashalmen aufblitzten. Idyllischer hätte unser Familienleben nicht sein können.

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Ich denke, dass die meisten Autoren, die ihr Glück vom Verkauf eines Buches abhängig machen, kein vergnügliches Autorenleben vor sich haben. Mit dem Schreiben Türen zum Verborgenen zu öffnen, ist der größte Lohn, den man kriegen kann.

Schreiben und Lesen sind Tätigkeiten, die die Welt um uns herum vergrößern. Vielleicht sind es die unsichtbaren Welten in unserem Denken und Fühlen, die zum Gleichgewicht unseres Daseins beitragen. Sicher, es gibt bereits viel Leid auf unserem Planeten, aber wie viel größer wäre es ohne Storys, die uns Atempausen und Ablenkungen verschaffen – von einer Realität, die kalt und berechnend und grau und gnadenlos sein kann?

Bei einem meiner Spaziergänge kam mir ein Aphorismus in den Sinn:

»Worte sind bunte Vitamine fürs Herz, Zaubersprüche, die die Zeit verlangsamen und Eintrittskarten für Welten neuer Möglichkeiten.«

Träumt, lest und schreibt schön!

Euer Sebastian

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